Zuletzt aktualisiert: September 22, 2021

Kennst du das? Du suchst nach etwas in einer Suchmaschine und wirst schnell fündig. Doch anstatt auf der gewünschten Seite landest du auf einer Seite mit Werbung und Spam. Diese Seite passt nicht zu deinem gesuchten Begriff! Doch warum wird dir dieses Ergebnis dann von der Suchmaschine angezeigt?

Es handelt sich hierbei vermutlich um Cloaking. Hierbei wird dir ein anderes Ergebnis als dem Webcrawler der Suchmaschinen präsentiert. Was das genau heißt und wie es funktioniert – das und viele weitere Informationen rund um das Thema erhältst du hier!

Das Wichtigste in Kürze

  • Mithilfe von Cloaking tarnt ein Betreiber einer Website die Inhalte dieser. So werden dem Webcrawler einer Suchmaschine und dem normalen Besucher unter der gleichen URL verschiedene Varianten einer Website präsentiert.
  • Dieses Prinzip wurde zunächst nur zur harmlosen Suchmaschinenoptimierung von Websites genutzt. Jedoch können auch Kriminelle Cloaking nutzen, um z. B. Spam oder Computerviren zu verbreiten.
  • Neben IP-Cloaking ist eine weitere Variante das User-Agent-Cloaking. Beide Methoden können von den Webcrawlern der Suchmaschinen mittlerweile erkannt werden. Die Folgen für den Betreiber der Website sind gravierend.

Glossareintrag: Der Begriff Cloaking im Detail erklärt

Das Prinzip des Cloakings klingt erst einmal kompliziert. Was ist Cloaking eigentlich genau und wie funktioniert es? Wir haben uns intensiv mit dem Begriff auseinandergesetzt. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen erhältst du im Folgenden!

Was ist Cloaking?

Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie etwas verhüllen bzw. verschleiern. Diese Übersetzung beschreibt das Prinzip sehr gut. Cloaking ist eine Technik, die im SEO Marketing angewendet wird.

Mithilfe von Cloaking werden den Webcrawlern der Suchmaschinen und dem normalen Besucher einer Seite unter der gleichen URL unterschiedliche Ergebnisse angezeigt. (5) Durch Cloaking tarnt der Betreiber einer Website also die eigentlichen Inhalte dieser. Diese Methode fällt unter das sogenannte Black Hat SEO.

Das kannst du dir folgendermaßen vorstellen: Ein Webcrawler und du sehen sich die gleiche Website an. Dir als Nutzer wird ein multimedialer Inhalt, wie z. B. ein Video angezeigt. Währenddessen wird dem Webcrawler jedoch etwas völlig anderes angezeigt, wie z. B. eine textbasierte Website.

Wie funktioniert Cloaking?

Dem Besucher der Website und dem Webcrawler einer Suchmaschine, wie z. B. Google, Yahoo oder Bing, werden unterschiedliche Ergebnisse für ein und dieselbe URL gezeigt. (5)

Hierbei wird mithilfe eines bestimmten Moduls eine Tarntechnik auf der Website angewendet. Versucht ein Webcrawler auf die URL der Website zuzugreifen, erkennt das Modul dies. Der Webcrawler wird als solcher identifiziert. Dementsprechend wird diesem eine Website mit anderen Inhalten präsentiert. (4) Ein normaler menschlicher Benutzer würde diese nicht sehen.

Beim Cloaking gibt es zwei Varianten einer Website mit unterschiedlichen Inhalten. Dem Webcrawler wird eine andere Website angezeigt als dem normalen Benutzer.

Cloaking ist eine HTML-Technik. Hierbei wird mithilfe eines bestimmten Moduls eine Tarntechnik auf der jeweiligen Website angewendet. (Bildquelle: Unsplash / Ilya Pavlov)

Es bestehen also quasi zwei verschiedene Websites. Eine mit Inhalten für den Webcrawler und eine mit Inhalten für den normalen User. Die gezeigten Inhalte variieren, je nachdem wer auf die Website zugreift.

Hierfür gibt es verschiedene Methoden. Cloaking kann sowohl mithilfe der IP-Adresse, als auch mithilfe des User Agents geschehen. Was unter diesen beiden Begriffen zu verstehen ist und wie sich die beiden Techniken voneinander unterscheiden, erfährst du im Folgenden.

Warum wird Cloaking angewendet?

Cloaking wird im Bereich der Suchmaschinenoptimierung angewendet. Ziel eines jeden Websitebetreibers ist es, dass seine Website in den Ergebnissen der Suchmaschinen möglichst weit oben rankt.

Das Prinzip der Tarnung gehört zum Black Hat SEO. Hierdurch soll das Suchmaschinenranking künstlich optimiert werden. Dies geschieht allerdings nicht durch zulässige SEO Maßnahmen, sondern durch das Vorgeben nicht vorhandener Inhalte für den Webcrawler.

Hinter Cloaking haben zunächst keine bösen Absichten gesteckt. Vielmehr ging es hierbei nur darum, dass Suchmaschinen Ranking seiner Website zu verbessern.

Insbesondere Websitebetreiber, die ihren Fokus nicht auf SEO legen, wollten so ihr Suchmaschinenranking verbessern. Multimediale Inhalte, wie Videos, konnten anfänglich nicht ausreichend gut von den Webcrawlern erfasst werden. Die Folge hieraus war ein schlechteres Ranking der Website.

Mittlerweile können Webcrawler von Suchmaschinen solche Websites jedoch viel besser auslesen und entsprechend indexieren. Somit ist Cloaking zur Suchmaschinenoptimierung nicht mehr nötig. Vielmehr noch ist es unerwünscht.

Hinter Cloaking können sich auch Seiten mit unerlaubten Inhalten oder Spam verstecken. (6) Auch Kriminelle können Cloaking für Ihre Zwecke nutzen. So lassen sich z. B. Viren verbreiten. Dies ist einer der Gründe warum Suchmaschinen, wie z. B. Google, Cloaking abstrafen.

Welche Cloaking Techniken gibt es?

Beim Cloaking unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Varianten. Zum einen dem IP-Cloaking und zum anderen dem User-Agent-Cloaking. Beide möchten wir dir im Folgenden näher erläutern.

  • IP-Cloaking: Jeder PC, der mit dem Internet verbunden ist, hat eine individuelle Kennung. Diese nennt man IP-Adresse. Beim IP-Cloaking richten sich die Inhalte, die dem Nutzer präsentiert werden, nach der IP-Adresse. So können Webcrawler an ihrer IP-Adresse erkannt werden. Dementsprechend können ihnen andere Inhalte gezeigt werden.
  • User-Agent-Cloaking: Auf eine Website gelangst du normalerweise mithilfe deines Browsers. Webbrowser sind ein Beispiel für sogenannte User Agents. Jeder User Agent lässt sich durch den Agent Name bestimmen. Besuchst du eine Website, kommuniziert der Webserver mit dem Webbrowser. Zunächst bietet das viele Vorteile. So können z. B. Inhalte je nach Browser anders dargestellt werden. Das kann die Nutzerfreundlichkeit erhöhen. Kritisch wird es aber, wenn die Agent Names der Webcrawler identifiziert werden, um diesen vorsätzlich andere Inhalte bereitzustellen. Dieses Vorgehen wird als User-Agent-Cloaking bezeichnet.

Websiteinhalte können also sowohl mithilfe der IP-Adresse, als auch mithilfe des User Agents versteckt werden. Wie Cloaking dennoch enttarnt werden kann, erfährst du im Folgenden.

Wie wird Cloaking entdeckt?

Obwohl die beschriebenen Techniken raffiniert wirken, können diese mittlerweile durch Suchmaschinen enttarnt werden.

Das IP-Cloaking identifiziert die Suchmaschinen Bots anhand ihrer IP-Adresse. Der Erfolg dieser Technik ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass der Webcrawler immer die gleiche IP-Adresse verwendet. Das wissen mittlerweile auch die Suchmaschinenbetreiber. Um Cloaking zu enttarnen, nutzen die Bots also unterschiedliche IP-Adressen.

Beim User-Agent-Cloaking erfolgt die Identifizierung über den Webbrowser. Nicht nur Webmaster können ihre Websites verstecken. Auch Bots von Suchmaschinen können sich andersherum tarnen. So können die Webcrawler sich als normale Browser ausgeben, um das Cloaking aufzudecken.

Wichtig ist, dass dem Webcrawler dieselben Inhalte zugänglich sind wie dem normalen Benutzer. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um Cloaking. Fallen bei einem Test Unterschiede auf, hat dies Konsequenzen für den Webmaster.

Warum ist Cloaking unerwünscht?

Das Tarnen von Websites ist von den Suchmaschinen, wie Google, Bing oder Yahoo, nicht erwünscht. Google hat diese Methode der Suchmaschinenoptimierung in seine Webmaster Guidelines als unerwünschtes Verhalten aufgenommen. (3) Doch warum missfällt den Anbietern von Suchmaschinen Cloaking?

Die Hauptaufgabe von Suchmaschinen ist es, ihren Nutzern das bestmögliche Ergebnis zu präsentieren. Je besser die Ergebnisse mit der Suchintention des Nutzers übereinstimmen, desto zufriedener ist dieser.

So verdienen Suchmaschinen ihr Geld. Nutzern bleiben einer Suchmaschine nur dann treu, wenn die Suchergebnisse zur Suchanfrage passen.

Die Indexierung und somit die Anzeige in den Suchergebnissen geschieht mithilfe der Webcrawler. Durch Cloaking wird dieser über den Inhalt der Website in die Irre geführt. Dadurch werden Ergebnisse in den Suchmaschinen gelistet, die nicht zur Anfrage der Nutzer passen.

Durch Cloaking wird das Suchmaschinenranking manipuliert. Zum Nachteil der User und damit auch der Suchmaschinenbetreiber. (Bildquelle: Pixabay / Photo Mix)

Diese Methode verfälscht also das Suchmaschinenranking. Websites, die ggf. besser zur Suchanfrage passen, werden weiter unten gelistet. Hierdurch wird die Qualität der Suchergebnisse also negativ beeinflusst. Nutzer finden nicht wonach sie suchen und entscheiden sich ggf. für eine andere Suchmaschine.

Welche Folgen hat Cloaking?

Cloaking kann für den Betreiber der Website gravierende Folgen haben. Wird die Website enttarnt, so verhängen Suchmaschinen, wie z. B. Google, Strafen für die Webmaster.

Das Verfahren verstößt gegen die meisten Guidelines von Suchmaschinenanbietern. In einigen Fällen kann es sogar als Markenrechtsverletzung gelten. Beispielsweise wenn markenrechtlich geschützte Begriffe auf Websites verwendet werden, die Mithilfe von Cloaking getarnt werden. (2)

Auch wettbewerbsrechtlich ist dieses Vorgehen kritisch zu sehen. Cloaking könnte eine irreführende geschäftliche Handlung bezeichnen. Diese ist nach § 5 UWG nicht zulässig. Ein entsprechendes Urteil hierzu gibt es allerdings noch nicht. (1)

Als Folge kann die Website aus den Ergebnissen der Suchmaschine ausgeschlossen werden.

Wird Cloaking von den Webcrawlern enttarnt, werden die jeweiligen Websites nicht mehr indexiert. Dementsprechend auch nicht mehr in den Ergebnissen der Suchmaschine gelistet. Benutzer können eine solche Website also überhaupt nicht mehr über eine Suchmaschine finden.

Dies ist ein großer Nachteil für den Betreiber der Website. Im Endeffekt wird damit das Gegenteil davon erreicht, was das Cloaking eigentlich bewirken sollte. Der Ausschluss aus den Suchmaschinen erfolgt dauerhaft.

Fazit

Als Cloaking bezeichnet man eine Black Hat SEO Maßnahme. Hierbei werden einem Webcrawler einer Suchmaschine unter derselben URL andere Inhalte zur Verfügung gestellt, wie einem menschlichen User. Dies geschieht mithilfe verschiedener Techniken. Das Hauptziel war zunächst lediglich die Suchmaschinenoptimierung.

Allerdings können auch kriminelle Inhalte hierdurch getarnt werden. Außerdem verfälscht dieses Vorgehen die Suchergebnisse und beeinflusst die Qualität dieser. Daher ist es von Suchmaschinenbetreibern nicht erwünscht. Als Folge können Suchmaschinen die entsprechende Websites dauerhaft ausschließen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__5.html

[2] https://www.aufrecht.de/urteile/markenrecht/urteile-2005/markenverletzung-durch-cloaking-und-doorway-pages-lg-hamburg-beschluss-vom-220405-az-315-o-26005.html

[3] https://support.google.com/webmasters/answer/35769?hl=en

[4] https://catchupdates.com/what-cloaking-seo-do-cloaking/

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Cloaking

[6] https://dl.acm.org/doi/abs/10.1145/2046707.2046763

Bildquelle: pixabay / 377053

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