Zuletzt aktualisiert: September 22, 2021

Du hast dich schon immer gefragt, was hinter dem Konzept von Wikipedia steckt? Dann solltest du dich unbedingt mit der Crowdsourcing Methode auseinandersetzen. Wenn du dir aber noch nicht ganz sicher bist, was es damit auf sich hat und was der Unterschied zum Outsourcing ist, wollen wir dir mit diesem Beitrag weiterhelfen.

In diesem Beitrag wirst du alles über Crowdsourcing 2021 erfahren. Wir informieren dich darüber, was der Unterschied zwischen den beiden Methoden Crowdsourcing und Outsourcing ist und welche Vorteile es für Unternehmen bietet. Außerdem werden wir dich auch darüber aufklären, warum das Konzept so in der Kritik steht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Crowdsourcing setzt sich aus den Worten Crowd und Outsourcing zusammen. Das bedeutet, dass bestimmte Aufgaben an die Masse der Internetnutzer ausgelagert werden.
  • Das Konzept wird in vielen Bereichen genutzt. Dazu gehören unter anderem Marketing, Produktdesign und auch die Medizin.
  • Crowdsourcing bietet zwar viele Vorteile, wie die Wissenserweiterung oder die schnelle Umsetzung unterschiedlicher Projekte, jedoch steht die Methode auch stark in der Kritik.

Glossareintrag: Der Begriff Crowdsourcing im Detail erklärt

Im Folgenden haben wir für dich die wichtigsten Fakten zum Thema Crowdsourcing zusammengefasst und erklärt. Des Weiteren haben wir dir erklärt, was der Unterschied zum Outsourcing ist und für dich die Vorteile aufgelistet.

Was ist Crowdsourcing?

Crowdsourcing erinnert stark an den in der Globalisierung benutzten Begriff Outsourcing.
Das Wort Crowd bedeutet Menschenmenge.

Beide Methoden bezeichnen eine Art Auslagerung. Jedoch meint Crowdsourcing nicht die Auslagerung von Unternehmensaufgaben an Drittunternehmen oder einen Freiberufler, so wie es Outsourcing meint. Vielmehr geht es bei diesem neuen Konzept darum, Aufgaben an eine Crowd, also einer Menge an Menschen, zu übergeben. (1)

Da dieses Konzept erst im Internetzeitalter berühmt geworden ist, ist es üblich, dass die Crowd hauptsächlich aus Internetusern besteht.

Die wichtigste Voraussetzung für das Crowdsourcing ist das Internet, denn dies ist die Basis des ganzen Konzepts. Ohne den Internetzugang können geographisch verteilte Gruppen von vielen Menschen gar nicht zusammen an einem Projekt arbeiten.

Beispiele für Crowdsourcing

Ein Beispiel für Crowdsourcing ist zum Beispiel Wikipedia. Die Betreiber der Seite profitieren davon, dass sich viele Menschen an der Website beteiligen. Jeder kann auf die Beiträge zugreifen, wobei sich das Unternehmen die unterschiedlichen kulturellen und akademischen Hintergründen, genauso wie die verschiedenen Wissensspektren zunutze macht. Demnach können alle Menschen weltweit Autor der Seite ein.

Ein anderes Beispiel ist auch die Staumeldungen im Radio, denn diese werden von fremden Verkehrsteilnehmern geliefert und der Sender im Radio teilt nur die gesammelten Informationen. Auch dabei nutzen sie also das Konzept, die Intelligenz der Masse zu nutzen.

Wie wird Crowdsourcing von Unternehmen genutzt?

Nutzt ein Unternehmen das Crowdsourcing Konzept, bedeutet dies, dass sie sich auf die unterschiedlichen Kompetenzen und Ideen der Menschen aus der Gruppe zurückgreifen.

Häufig sind die Aufgaben der Crowd eher breit gefächerte Aufträge, wofür mehrere Festanstellungen vonnöten und damit der finanzielle Aufwand um einiges höher wäre. Aus diesem Grund nutzt man dieses Konzept vor allem für die Erstellung von Blogbeiträgen oder Artikeln, über die Mitgestaltung hinsichtlich Technik und Design bei neuen Produkten, oder Forschungsprojekte. Besonders häufig wird Crowdsourcing für das Erstellen einer ganzen Website genutzt. (2)

Crowdsourcing wird in Unternehmen meist bei größeren, breit gefächerten Aufträgen eingesetzt. (Bildquelle: 123rf / rawpixel)

Des Weiteren sind durch den Einsatz dieser Methode größere Projekte schneller umzusetzen und Crowdsourcing-Kampagnen können dabei unterstützen, die Marketing-Ziele von Unternehmen zu erreichen.

In welchen Bereichen findet man Crowdsourcing?

Crowdsourcing lässt sich in vielen verschiedenen Bereichen einbinden. Häufig geht es bei der Methode um die Gewinnung neuer Ideen mit dem Ziel, Innovationen zu schaffen.
Einige der Bereiche sind unter anderem:

  • Marketing
  • Produktdesign und Product Development
  • Modedesign
  • Dienstleistungen

Im Folgenden werden wir einmal genauer auf Crowdsourcing in der Medizin eingehen, da es dort einige Fortschritte gab.

Crowdsourcing in der Medizin

Crowdsourcing hat das Potenzial, insbesondere im globalen Gesundheitswesen enorm vielversprechend zu sein, da es in der Lage ist, Informationen schnell, kostengünstig und genau zu sammeln. (3)

Obwohl eine Studie zeigte, dass “die Weisheit der Menge” geschulte Experten nicht ersetzen konnte, legen fünf Studien nahe, dass verteilte menschliche Intelligenz die Arbeit geschulter Experten annähern oder unterstützen könnte. (4) Beispiele für die derzeitige Verwendung von Crowdsourcing in der Medizin sind die Krankheitsüberwachung sowie die Diagnose seltener Erkrankungen. (5)

Des Weiteren wird Crowdsourcing auch genutzt, um in der Krebsforschung Erfolge zu erzielen. Bis jetzt wurden damit noch keine Ergebnisse erzielt, jedoch werden weiterhin Versuche unternommen, mit der Intelligenz der Masse die Forschung voranzubringen. (6)

Welche Vorteile bietet Crowdsourcing?

Crowdsourcing kann genauso wie das Outsourcing viele verschiedene Vorteile haben. Im Folgenden haben wir dir diese aufgelistet und anschließend genauer ausformuliert.

  • Unternehmen: Verschiedene Meinungen und Vorstellungen, Methode um Geld zu sparen, Schnelle und parallele Arbeit, Schneller Zugriff auf Expertenwissen.
  • Crowdworker: Interessante Aufträge, Wissenserweiterung, neue Kontakte, Unabhängigkeit.

Im Folgenden werden wir dir die Vorteile des Crowdsourcing einmal genauer erklären.

Vorteile für Unternehmen

Einer der größten Vorteile ist, dass man die Intelligenz der Masse nutzt, um in einem Projekt weiterzukommen. Viele Meinungen und Vorstellungen können helfen, das Projekt bestmöglich umzusetzen.

Mit dieser Strategie lässt sich zudem Geld sparen.

Des Weiteren arbeiten viele ausgebildete Fachmänner und Fachfrauen zusammen. Das bedeutet zum einen, dass sie parallel arbeiten und zum anderen, dass sie genau deshalb unfassbar schnell vorankommen können. Zudem erhält man durch die Zusammenarbeit die Möglichkeit, sein Wissen zu erweitern.

Außerdem ist es besonders einfach, Fachleute für die jeweiligen Projekte zu finden. Aufgrund des globalen Zugriffs auf das Internet wird man jeder Zeit Experten für ein Thema finden.

Vorteile für Crowdworker

Auch für Crowdworker hat diese Methode einige Vorteile.

Zum einen wird Crowdworkern eine Vielzahl an verschiedenen Aufträgen geboten. Die Arbeitgeber können dabei aus aller Welt stammen, genauso wie mögliche Kollegen. Durch die Zusammenarbeit mit wildfremden Menschen können zudem neue Kontakte entstehen.

Crowdsourcing bezeichnet anders als Outsourcing die Auslagerung von Aufgaben an eine Masse an Internetnutzern. (Bildquelle: unsplash / Glenn Carstens Peters)

Mithilfe dieser Methode kann man als Crowdworker sein Wissen erweitern, denn schließlich heißt es Learning By Doing. Außerdem können wir auch von andere Menschen etwas lernen.

Zum anderen ist es für Crowdworker simpel und einfach, an Arbeit zu kommen. Die vielen verschiedenen Plattformen bieten unbegrenzte Möglichkeiten und man kann unabhängig arbeiten.

Kritik am Crowdsourcing

Die Crowdsourcing Methode wird vor allem von Ver.di und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) stark kritisiert.
Man befürchtet, dass man mit dem Crowdsourcing viele Arbeitsplätze aufgrund der Auslagerung der Unternehmensaufgaben verliert. Im Grunde werden qualifizierte Arbeiter ausgenutzt, um an den eigenen Mitarbeitern Geld zu sparen. Manche bezeichnen diese Methode sogar als eine moderne Art der Sklaverei.
Viele Unternehmen verzichten bereits darauf, Crowdsourcing als ein Konzept zu nutzen, da sie ihrem Image keinesfalls schaden wollen.

Im internationalen Netz hat man die ganze Welt als Konkurrenz. Dabei ist es sehr schwer, mit Mitstreitern von überall mitzuhalten.

Da Crowdworker selbstständig und nicht fest angestellt sind, birgt das einige Risiken. Sie müssen leider auf die verschiedenen Vorzüge sozialer Absicherung wie zum Beispiel die Rentenversicherung oder auch die Lohnfortzahlung bei Krankheit, welche das Deutsche Arbeitsrecht dem Arbeitnehmer normalerweise garantiert, verzichten.

Fazit

Egal, ob es darum geht, neue Projekte zu entwickeln, die Kreativität von vielen verschiedenen Menschen zu nutzen oder größere Projekte in einer sehr kurzen Zeit zu realisieren, Crowdsourcing bietet einige Vorteile. Die Möglichkeit zu haben, die Intelligenz der Masse zu nutzen und an diese an einem Prozess zu beteiligen, kann für Unternehme große Potenziale bieten.

Neben den vielen Vorteilen sollte man auch darauf achten, dass Crowdsourcing auch stark kritisiert wird. Viele Unternehmen verzichten bereits darauf, die Arbeit auf verschiedene Crowdworker zu verteilen, da sie davon ausgehen, dass dies schlecht für ihr Image sein könnte. Alles in allem sollte man sich ausreichend damit auseinandersetzen, bevor man sich dazu entscheidet, als eine Art Freelancer zu arbeiten.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.boeckler.de/pdf/p_study_hbs_323.pdf

[2] https://www.bitkom.org/sites/default/files/file/import/140917-Crowdsourcing.pdf

[3] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29564087/

[4] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27941038/

[5] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25557450/

[6] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27941038/

Bildquelle: Luke Peters  / unsplash

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