Zuletzt aktualisiert: September 22, 2021

Du hast den Begriff Digital Native bestimmt auch schon gehört. Ja? Das ist kein Wunder denn Digital Natives kommen jeden Tag auf die Welt. Bei Digital Natives handelt es sich um Menschen, die mit den neuesten digitalen Technologien aufwachsen und für die der Umgang mit Handy und Co. das Normalste der Welt ist.

In unserem Beitrag zum Thema Digital Native erfährst du alles, was du über dieses Thema wissen musst. Wir erklären dir was genau ein Digital Native ist, wie er sich von einem Digital Immigrant unterscheidet und wie Digital Natives die Zukunft beeinflussen werden. Außerdem decken wir auf welche Mythen über Digital Natives wahr sind und bei welchen es sich tatsächlich um Mythen handelt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Großteil der Generation Y und alle Jahrgänge ab 2000 können als Digital Natives bezeichnet werden. Denn diese Jahrgänge erlernen den Umgang mit digitalen Technologien von Kindheit an.
  • Digital Immigrants sind das Gegenteil von Digital Natives. Digital Immigrants müssen sich den Umgang mit digitalen Technologien erlernen und integrieren diese erst später in ihr Leben und nicht wie Digital Natives schon in der Kindheit.
  • Digital Natives wirbeln den Arbeitsmarkt so richtig auf. Neue Ansichten, Werte und Ideen von dieser technologie- affinen Generation dürfen nicht verschlafen werden, wenn ein Unternehmen seine Existenz nicht gefährden möchte.

Glossareintrag: Der Begriff Digital Native im Detail erklärt

Um dich über Digital Native rundum zu informieren, haben wir für dich alle wichtigen und die häufigsten Fragen zu diesem Thema zusammengesucht und beantwortet. Wenn du das nächste Mal diesen Begriff liest oder hörst, weißt du alles Wichtige zu diesem Thema.

Was ist ein Digital Native?

Unter einem Digital Native versteht man jemanden, der in dem digitalen Zeitalter aufgewachsen ist. Ein Digital Native wächst also mit allen neuen Technologien auf (1).

Das heißt ein Digital Native ist vertraut mit Handys, Videospielen, Instant Messaging, Social Media und noch weiteren digitalen Errungenschaften des digitalen Zeitalters (1).

Digital Natives wachsen mit digitalen Technologien auf. Bereits Kleinkinder kommen in Kontakt mit den neuesten Gadgets. (Bildquelle: unsplash / Jelleke Vanooteghem)

Welche Generationen sind Digital Natives?

Kinder der Generationen Y und Z werden häufig als Digital Natives bezeichnet. Die Generation Y auch synonym Millennials genannt sind alle Geborenen von den Jahrgängen 1980 – 1999 (2).

Angehörige der Generation Z sind alle von 2000 – 2019 geborene Jahrgänge. Im Gegensatz zu ihrer vorhergehenden Generation wachsen sie spitz ausgedrückt mit dem Smartphone in der Wiege auf (3). Zwar sind auch Millennials mit den digitalen Technologien aufgewachsen, allerdings war der Zugang dazu für einige eingeschränkt.

Viele Kinder der Generation Y haben die Grundschule noch ohne Smartphone erlebt und sind erst später damit in Kontakt gekommen. Trotzdem kann man die meisten Millennials als Digital Natives ansehen, da in den 90er Jahren also in den Kindheitsjahren der Generation Y, der Internetzugang und die Internetnutzung angestiegen sind (4).

Was ist der Ursprung des Begriffes Digital Native?

Der Begriff Digital Native hat starke Prägungen von Marc Prensky erfahren. Marc Prensky ist ein in der USA-lebender Autor, Manager und Lehrer. Im Jahre 2001 hat er den Begriff Digital Native und Digital Immigrants geprägt. Welche sich nun beide im englischen Oxford Wörterbuch befinden (5).

Prensky bezeichnet Digital Natives als Digital Natives, da sie die digitale Sprache beherrschen. Und dies nicht durch Erlernen, sondern weil sie native speakers dieser Sprache sind. Digital Natives sind also Muttersprachler der digitalen Sprache. Im Dezember 2001 erwähnt Marc Prensky den Begriff in seinem Artikel „Digital Native, Digital Immigrant“. In diesem Artikel erklärt er auch was einen Digital Native von einem Digital Immigrant unterscheidet. Mehr dazu in der nächsten Frage (1).

Was ist der Unterschied zwischen Digital Natives und Digital Immigrants?

Wenn wie wir nun wissen ein Digital Native jemand ist der mit den digitalen Technologien aufwächst, dann wissen wir auch, dass es sich bei einem Digital Immigrant um genau das Gegenteil handeln muss.
Digital Immigrants fallen durch ihren „Digital-Akzent“ auf.

Laut Marc Prensky handelt es sich bei Digital Immigrants um Personen, die später in ihrem Leben an die digitalen Technologien herangeführt werden. All jene, die nicht mit digitalen Medien und Technologien aufgewachsen sind, müssen sich den Umgang mit diesen später in ihrem Leben beibringen.

Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch Digital Immigrants die neuen Technologien erfolgreich in ihr Leben integrieren und fasziniert von ihnen sind. Es bedeutet auch nicht, dass Digital Immigrants digitale Technologien nicht gut bedienen können. Es kann allerdings vorkommen, dass Digital Immigrants einen „Akzent“ in der digitalen Sprache haben. (1).

Wenn zum Beispiel das Bedürfnis jemanden eine interessante Webseite zu zeigen anstatt die URL einfach per Mail, WhatsApp etc. zu übermitteln besteht, kann man von einem digitalen „Akzent“ sprechen (1).

Digital Immigrants haben einen sogenannten „digitalen Akzent“, da sie nicht mit digitalen Geräte aufgewachsen sind, wie folgende Generationen. (Bildquelle: 123rf / Olga Yastremska)

Es kommt zu so einem Akzent, da ältere Generationen als Generation Y anders sozialisiert wurden und diese digitale Sprache erst erlernen müssen. Spät erlernte Sprachen befinden sich in anderen Teilen unseres Gehirns als Sprachen, mit denen wir aufwachsen. Wissenschaftler haben dies anhand vieler Studien gezeigt. Und die digitale Sprache ist davon keine Ausnahme (1).

Welche Mythen gibt es über Digital Native und stimmen diese?

Digital Natives sind oft ein heiß diskutiertes Thema. Daher gibt es auch viele Mythen über diese Technologien-gewandten-Personen. Welche davon stimmen und welche nicht erfährst du in den nächsten paar Absätzen.

MYTHOS 1: Digital Natives verfügen über schlechtere soziale Fähigkeiten und vermeiden persönliche Interaktion.

Eltern von Digital Natives machen sich nicht selten Sorgen um die sozialen Fähigkeiten ihrer Kinder. Denn es ist Fakt, dass Kinder der Generationen Y und Z vermehrt mit ihren Freunden über digitale Medien kommunizieren.

Das Pew Research Center hat jedoch herausgefunden, dass jüngere Millennials mehr texten als ihre Eltern und andere Erwachsene. Allerdings ist die Anzahl der Telefonate ähnlich. Eine weitere Studie durchgeführt von Usability.ch hat herausgefunden, dass junge Erwachsene gerne anrufen oder ein persönliches Gespräch suchen, wenn sie Hilfe brauchen. Das heißt sie schrecken nicht vor persönlichen Interaktionen zurück wie oft vermutet wird. Auch junge Leute rufen an, wenn sie die Information nicht selbst über zum Beispiel das Internet ausfindig machen können (4).

Fazit: Dieser Mythos ist nicht wahr. Digital Natives haben ungefähr gleich viele soziale Interaktionen wie Digital Immigrants und schrecken vor diesen nicht zurück, wenn sie an Informationen gelangen möchten.

MYTHOS 2: Digital Natives sind Multitasking-Könige/inne.

Dass es sich bei Digital Natives um Multitasking-Talente handelt, ist auch ein weitverbreiteter Irrglaube. Studien der California University, Irvin und California State University haben gezeigt, dass Digital Natives dazu tendieren viele Dinge gleichzeitig zu erledigen. Digital Natives wechseln häufiger zwischen Aufgaben und Medien als Digital Immigrants (4).

Es stimmt das Digital Natives häufigeres Multitasking als andere Generationen betreiben. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sie damit effektiv sind. Denn laut des Psychologieforschers Cliff Nass hat Multitasking eine negative Auswirkung auf die Effizienz der kognitiven Leistung (4).

Zusätzlich dazu hat Cliff Nass und seine Kollegen herausgefunden, dass chronisches Multitasking dazu führt, dass irrelevante Stimuli schlechter gefiltert werden können und es außerdem auch länger dauert sich wieder auf die vorliegende Aufgabe zu fokussieren. In anderen Worten chronisches Multitasking führt zu geringerer Arbeitseffizienz. Aber damit ist nicht genug. Multitasking führt laut Gloria Mark auch zu einem hohen Stresslevel (4).

Fazit: Digital Native betreiben zwar oft Multitasking allerdings führt Multitasking nicht zu einer erhöhten Arbeitseffizienz. Folglich sind Digital Natives wie andere Menschen auch nicht gut darin.

MYTHOS 3: Digital Natives wissen intuitive, wie Computer und andere digitale Produkte zu verwenden und reparieren sind.

Digital Natives sollen ein magisch angeborenes Wissen über die Verwendung und Reparatur von sämtlichen digitalen Produkten haben. Das ist ein weiterer Mythos über Digital Natives. Zwar befinden sich unter Digital Natives mehrere, für die dieser Mythos stimmen würde, allerdings stimmt dies auf keinen Fall für alle Digital Natives. Eine Umfrage des Pew Research Centers hat herausgefunden, dass Digital Natives zwar besser im Umgang mit dem Internet sind als Digital Immigrants, aber wenn es um technische Konzepte, wie zum Beispiel der Struktur des Internets geht, nicht besser Bescheid wissen als vorhergehende Generationen (4).

Fazit: Ohne die passende Profession können Digital Natives auch nicht intuitiv einen PC reparieren. Die Benutzung des Internets wird allerdings oft intuitiv richtig gemacht.

Welche Vor- und Nachteile haben Digital Natives?

Durch die Art und Weise wie Digital Natives mit der Technologie aufgewachsen sind, haben sie natürlich gegenüber den Digital Immigrants einige Vorteile.

Allerdings haben Digital Natives nicht nur Vorteile. Das Aufwachsen mit digitalen Technologien hat auch seine Schattenseiten. Welche Vor- und Nachteile Digital Natives haben, siehst du in der folgenden Übersicht (7).

Die Vor- und Nachteile von Digital Immigrants im Überblick.

Wie schon mehrmals erwähnt, haben Digital Natives durch ihre Technologie-Affinität klare Vorteile. Sie nutzen das Internet zu ihren Vorteilen und sind so gut vernetzt wie noch keine andere Generation zuvor.

Außerdem bringen sie ihre neuen Ansichten mit in die Arbeitswelt. Wodurch starre Meinungen und Arbeitsweisen an die jetzige Zeit anpassen werden können. Dies verhilft Unternehmen zum Erfolg.

Allerdings haben Digital Natives auch Schwachstellen. Zum Beispiel sind sie sehr schnell abgelenkt und haben eine geringe Konzentrationsspanne. Ihre go-go-go Einstellung kann ihnen auch zum Verhängnis werden und zu erhöhtem Stress oder sogar Burnout führen (8).

Auch wenn sie ihren vorher gehenden Generationen in Sachen digitalen Technologien voraus sind so haben sie doch nicht die jahrelangen Erfahrungen, der Digital Immigrants. Und Berufserfahrung hat eine große Bedeutung in der Arbeitswelt. Deshalb ist es gut, dass Digital Natives und Digital Immigrants gemeinsam arbeiten. Jeder kann dem anderen etwas auf den Weg mitgeben.

Welchen Einfluss haben Digital Natives auf die Zukunft?

Dass Kinder unsere Zukunft sind ist klar. Deshalb ist es auch offensichtlich, dass Digital Natives, aktuell noch in der Minderheit auf der Welt, später das Sagen haben werden und deshalb die Zukunft stark beeinflussen und prägen können.

Digital Natives werden auch in der Arbeitswelt immer häufiger, deshalb haben sie vor allem einen starken Einfluss auf die Arbeitswelt.

  • Cloudbasiertes Arbeiten: Digital Native lieben cloudbasiertes Arbeiten. Mehr und mehr Unternehmen erkennen, die Bedeutung von ortsunabhängigen Technologien. Unternehmen, die diesen Wandel verpassen, werden es in Zukunft nicht einfach haben oder diese womöglich gar nicht überleben (9).
  • Flexibilität und Mobilität: Cloudbasiertes Arbeiten ermöglicht Arbeiten von überall. Der Arbeitsplatz muss dadurch kein bestimmter Platz mehr sein. Digital Natives arbeiten am liebsten flexibel und von überall (9).
  • Agile Arbeitsweise: Digital Natives sind in ihrer Arbeitsweise noch nicht so festgefahren wie Arbeiter aus der Generation X. Sie sehen Technologie nicht nur als Weg um die Produktivität zu steigern, sondern auch um profitabler zu arbeiten. Unternehmen sind gut beraten sich diese Sichtweise anzueignen, um ihr Überleben in der Zukunft zu sichern (9).
  • Beweggründe, Innovation und soziale Verantwortung: Diese drei Dinge sind Digital Natives sehr wichtig. Oft werden Digital Natives als extreme Idealisten bezeichnet. Sie wollen sehen, dass ihr Arbeitgeber nicht nur Geld im Sinn hat, sondern auch größere Werte vertritt und sich um soziale Ziele bemüht (10).
  • Verbundenheit: Digital Natives sind es gewohnt ständig erreichbar und verbunden zu sein. Sie antworten schnell auf Nachrichten und erwarten dies auch von ihren Arbeitskollegen. Unternehmen sollten sich überlegen diese Art des Kommunizierens in ihre Unternehmenskultur einzuarbeiten und dafür ideale Kommunikationstools zur Verfügung zu stellen (11).

Digital Natives haben viel Einfluss auf die zukünftige Arbeitswelt. Für Unternehmen ist es besonders wichtig die Vorlieben und Arbeitsweisen von Digital Natives nicht zu übersehen, oder zu ignorieren. Denn in Zukunft werden Digital Natives den Großteil der arbeitenden Bevölkerung ausmachen.

Fazit

Digital Natives wachsen mit Technologien auf. Deshalb sind einige Verhaltensmuster im Umgang mit diesen Techniken etwas anders als die von Digital Immigrants, Personen, die nicht mit diesen Technologien aufgewachsen sind. Es gibt viele bekannte Mythen über Digital Natives. Sie gelten als kontaktscheu ohne ihre digitalen Geräte und als besonders Multitasking-fähig. Bei beiden Aussagen handelt es sich um Mythen.

Was allerdings wahr ist, ist dass die Zukunft Digital Natives gehört und somit auch die Arbeitswelt. Dort werden sie aufmischen und Unternehmen sind gut beraten sich den neuen Innovationen, Ideen und Wertvorstellungen von Digital Natives zu beugen. Aber keine Angst denn, Digital Natives gelten als besonders idealistisch und legen Wert auf soziale Gerechtigkeit.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part1.pdf

[2] https://simon-schnetzer.com/generation-y/

[3] https://simon-schnetzer.com/generation-z/

[4] https://www.usability.ch/news/generation-y-digital-natives.html

[5] https://marcprensky.com/seeing-beyond/

[6] https://www.researchgate.net/publication/267213208_On_Digital_Immigrants_and_Digital_Natives_How_the_Digital_Divide_Affects_Families_Educational_Institutions_and_the_Workplace

[7] https://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/was-die-generation-internet-ihren-eltern-voraus-hat/story/21246426

[8] https://www.cio.de/a/die-generation-y-braucht-ihren-schutz,3260623

[9] https://www.nintex.com/blog/how-digital-natives-are-changing-the-modern-workplace/

[10] http://dmresourcecenter.com/unit-1/digital-natives/

[11] https://www.cmswire.com/digital-workplace/how-digital-natives-will-shape-the-future-workplace/

Bildquelle: 123rf / Antonio Guillem

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