Zuletzt aktualisiert: September 22, 2021

Die Early Majority ist eine Verbrauchergruppe, die, wie der Name schon sagt, eine frühe Mehrheit darstellt. Diese Mehrheit besteht aus 34 Prozent der Bevölkerung und spielt eine zentrale Rolle im Adaptionsprozess neuer Innovationen oder Produkte. Willst du zum Beispiel ein neues Produkt auf den Markt bringen ist es wichtig, diese Begriffe zu kennen.

In unserem Beitrag über Early Majority erfährst du was Early Majority ist und welche Rolle sie im Marketing Kontext spielt. Außerdem erklären wir dir die Diffusionstheorie nach Rogers und grenzen die Early Majority von den anderen Verbrauchergruppen, wie den Innovators oder der Late Majority, ab. Dabei gehen wir unter anderem auch auf die sozialen Strukturen in den unterschiedlichen Gruppen ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Early Majority ist eine Gruppe von Verbrauchern, die 34 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sie befindet sich in der Mitte eines Adaptionsprozesses, der aus fünf Verbrauchergruppen besteht. Dieser Prozess kann Unternehmen dabei helfen zu ermitteln, ab wann die Mehrheit der Bevölkerung eine neue Innovation annimmt und kann somit Aufschluss über das wirtschaftliche Wachstum einer Innovation liefern.
  • Neben der Early Majority gibt es zuerst noch die Innovators, die Early Adapters und an vierter Stelle die Late Majority, gefolgt von den Leggards. Die Early Majority lässt sich etwas mehr Zeit bei der Annahme neuer Innovationen als die Innovators oder Early Adopters. Sie gehen sehr bedacht vor und informieren sich im Voraus ausgiebig über das Produkt und entscheiden erst dann, ob sich eine Investition lohnt.
  • Diese Herangehensweise macht die Early Majority zu Werteinkäufern, was sie im Adaptionsprozess unerlässlich macht. Denn erst, wenn die Early Majority von einem Produkt überzeugt ist, kann die Wachstumsphase beginnen. Denn wenn die Early Majority dann noch die Late Majority überzeugt, ist die Chance auf einen langfristigen Erfolg eines Produkts erhöht.

Glossareintrag: Der Begriff Early Majority im Detail erklärt

Damit du umfassend über das Thema Early Majority informiert bist, haben wir dir im Folgenden die wichtigsten Fragen zum Thema rausgesucht und beantwortet.

Was ist Early Majority?

Early Majority beschreibt eine Gruppe von Verbrauchern, die neue Innovationen – meist im Bereich der Technik – erst annehmen, nachdem zwei andere Verbrauchergruppen diese bereits gekauft und genutzt haben. Neben Technologieprodukten werden auch Mode- und Lifestyleprodukte, Methoden oder Ansätze als Innovationen bezeichnet (1).

Die Early Majority macht ca. 34 Prozent der Population aus und befindet sich in der Mitte eines Adaptionsprozesses, der aus insgesamt fünf Verbrauchergruppen besteht. Dieser Prozess ist abhängig von sozialen Faktoren wie dem Status, dem Einkommen, den Interessen sowie der Bildung der einzelnen Verbrauchergruppen (1, 2).

Die Early Majority ist grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber neuen Innovationen, aber in der Regel weniger wohlhabend und Technologie-Affin als ihre Vorgänger, die Innovators und Early Adopters (1, 2).

Als zum Beispiel 2007 das erste iPhone für ca. 600 Dollar auf den Markt kam, waren die Innovators und Early Adopters diejenigen, die vor dem Geschäft übernachteten, um die ersten zu sein, die das neue Gerät kauften. Die Early Majority hingegen wartete bis das iPhone im Preis sank, zuerst auf ca. 400 und dann ca. 200 Dollar, nachdem das Produkt bereits durch die Innovators und Early Adopters als für gut befunden wurde.

Die Diffusionstheorie nach Rogers

Der Adaptionsprozess findet seinen Ursprung in der Diffusionstheorie nach Rogers, die aus fünf Verbrauchergruppen besteht. Mit Hilfe von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen hat Rogers diese wie folgt unterteilt: (2, 3)

  • Innovators: Diese Verbrauchergruppe macht ca. 2,5 Prozent der Population aus. Innovators entdecken und nutzen neue Innovationen als Erstes. Sie gehen dabei auch gerne Risiken ein und sind Marken gegenüber sehr untreu, da sie gerne früh auf den Zug neuer Innovationen springen und dabei auch oft die Marke wechseln. Innovators sind meist sehr jung und genießen einen gewissen Wohlstand. Außerdem sind sie sehr soziale Menschen und stehen in engem Kontakt mit anderen Innovators.
  • Early Adopters: Die zweite Gruppe von Verbrauchern machen ca. 13,5 Prozent der Population aus und sind die zweitschnellsten, die eine neue Innovation annehmen und ausprobieren. Ähnlich wie die Innovators sind Early Adapters meist junge Menschen mit gewissem Einkommen und sozialem Status. Viele von ihnen sind Meinungsführer. Sie sind weniger risikoreich und gehen bei ihrer Wahl einer Innovation sehr überlegt an die Sache, wodurch sie einen unverzichtbaren Teil im Prozess ausmachen.
  • Early Majority: Einige Zeit nach den Innovators und Early Adopters, nehmen auch die Early Majority eine neue Innovation an. Sie machen ca. 34 Prozent der Population aus. Sie sind wesentlich langsamer im Annehmen neuer Innovationen. Das liegt vor allem daran, dass sie nur Produkte annehmen, die bereits von anderen benutzt und als gut befunden wurden. Sie legen Wert auf mängelfreie und gut funktionierende Produkte. Ihr sozialer Status liegt leicht über dem Durchschnitt und nur wenige von ihnen sind Meinungsführer.
  • Late Majority: Diese Verbrauchergruppe machen weitere 34 Prozent der Population aus. Sie gehen sehr skeptisch an neue Innovationen ran und nehmen diese auch erst an, wenn bereits die Mehrheit der Gesellschaft die Innovation nutzt. Die Late Majority hat in der Regel einen geringen sozialen Status und ein geringeres Einkommen.
  • Leggards: Leggards machen 16 Prozent der Population aus und sind die letzte Verbrauchergruppe in diesem Adaptionsprozess. Sie nehmen als letztes eine neue Innovation an. Meistens lassen sie sich dabei nicht von anderen beeinflussen, sondern nutzen wie gewohnt ihr bisheriges Produkt und wechseln erst, wenn es das alte Produkt nicht mehr gibt. Leggards sind meistens älter und nicht sehr offen gegenüber Neuem. Sie haben in der Regel den geringsten sozialen Status und das geringste Einkommen von allen Verbrauchergruppen.

Die Diffusionstheorie und deren Verbrauchergruppen geben Aufschluss über den wirtschaftlichen Wachstum neuer Innovationen sowie über die Marktsättigung verschiedener Produkte. Dieser Prozess, auch Diffusion genannt, besteht aus einem Zusammenspiel verschiedener Aspekte. Neben den Innovationen spielen auch die Zeit, soziale Systeme sowie Kommunikationskanäle eine wichtige Rolle bei der Diffusion (1).

Die Diffusionstheorie nach Rogers unterteilt fünf Verbrauchergruppen. Diese sind: 1. Innovators, 2. Early Adopters, 3. Early Majority, 4. Late Majority und 5. Leggards (Bildquelle: Campaign Creators / Unsplash).

Die Diffusionstheorie beschreibt einen Prozess, in dem Innovationen über einen bestimmten Zeitraum durch verschiedene Kommunikationskanäle an die Verbraucher herangetragen werden. Die verschiedenen Verbrauchertypen spielen dabei eine besonders große Rolle, da die Verbraucher letztendlich diejenigen sind, die über die Nützlichkeit eines Produkts, einer Innovation entscheiden und es entweder annehmen oder ablehnen (1).

Warum ist die Early Majority wichtig?

Auch wenn die Early Majority nicht die ersten sind, die ein neues Produkt kaufen, so spielen sie dennoch eine zentrale Rolle im Adaptionsprozess, da sie die Mehrheit der Verbraucher darstellen. Wenn ein Produkt von der Early Majority angenommen wird, heißt das meistens, dass es sich für den Massenmarkt eignet. Erst wenn die Early Majortiy ins Spiel kommt, beginnt die Wachstumsphase eines Produkts (4).
Die Early Majority spiegelt die Mehrheit der Bevölkerung wider. Damit Innovationen Erfolg haben können, ist es wichtig diese Gruppe zu überzeugen.

Das liegt vor allem daran, dass die Early Majority viel bedachter an Innovation herangeht, als die Innovators oder die Early Adopters. Die Early Majority beobachtet die Innovationen vorerst genau, um sicherzugehen, dass sich die Investition lohnt. Sie beobachten und analysieren, wie die Innovators und die Early Adopters auf bestimmte Produkte reagieren. Darüber hinaus informieren sie sich mit Hilfe von Bewertungen, Artikeln und den Vor- und Nachteilen über die Produkte und entscheiden erst dann, ob es sich lohnt zu investieren (2, 4).

Schafft es ein Produkt nicht über die Early Adapters hinaus und kann somit die Mehrheit nicht überzeugen, verschwindet es entweder wieder vom Markt, oder bleibt ein Nischenprodukt. Die Early Majority ist also wichtig um die breite Masse von einem Produkt zu überzeugen, sodass schließlich auch die Late Majority auf den Zug aufspringen will. Erst dann kann ein Produkt langfristig und erfolgreich auf dem Markt bleiben (4).

Welche Rolle spielt Early Majority im Marketing Kontext?

Für das Marketing bedeutet das, dass dieser Prozess bei einer Vermarktungsstrategie immer berücksichtigt werden muss, um jede Verbrauchergruppe erreichen zu können. Das Marketing muss also an jede Verbrauchergruppe – vom Innovator bis zum Leggard – angepasst werden. Innovators sollten dabei zuerst angesprochen werden.

Am besten in dem man sie noch vor der Veröffentlichung der Innovation in den Prozess mit einbezieht und somit ihre Loyalität sicherstellen kann.

Auch die Early Adopters sollten frühzeitig in den Prozess mit einbezogen werden, um den Markt besser kennenzulernen und zu verstehen. Dafür sollten sie mit Hintergrund-Wissen über die Innovation vertraut gemacht werden und bei der Entwicklung dabei sein. Außerdem sollten sie dazu ermutigt werden, das Produkt weiterzuempfehlen.

Erst wenn Innovators und Early Adopters von der Innovation überzeugt sind und diese weiterempfehlen, kann auch die Early Majority erreicht werden.

Die Early Majority wird meist durch klassische Marketing-Ansätze, wie dem Influenzer-Marketing, Viral-Marketing oder dem Word-of-Mouth-Marketing überzeugt. Oft ist es schwer die Schwelle zwischen den ersten beiden Verbrauchergruppen und der Early Majority zu überwinden, weswegen es oft sinnvoll ist, verschiedene Strategien auszuprobieren oder sie zu kombinieren (5).

Für ein erfolgreiches Produkt ist es wichtig, die Early Majority, Late Majority und die Leggards über den Nutzen und die Vorteile eines Produkts ausreichend aufzuklären. Die Late Majority kommt meistens erst dazu, wenn sich das Produkt bereits bei der Early Majority bewährt hat und das Produkt sich schon weiterentwickelt hat (5).

Fazit

Die Early Majority spielt eine wichtige Rolle im Adaptionsprozess und bei der Vermarktung neuer Innovationen. Sie spiegeln, zusammen mit der Late Majority, die Mehrheit der Bevölkerung wider und sollten demnach für eine erfolgreiche Innovation überzeugt werden. Das kann erst passieren, wenn vorher bereits die Innovators und Early Adopters überzeugt wurden und das Produkt weiterempfehlen. Zum Beispiel erreicht man die Early Majority über Influencer-Marketing.

Da sich die Early Majority im Voraus ausgiebig über ein Produkt informiert, es aber von Vorteil, verschiedene Marketing-Strategien miteinander zu kombinieren. Wenn die Early Majority von dem Produkt überzeugt ist, ist es meistens auch für die Masse geeignet und hat gute Überlebenschancen. Für einen langfristigen Erfolg ist es dann noch wichtig, auch die Late Majority mit dem Produkt zu erreichen.

Diese warten allerdings oft, ob das Produkt bei der Early Majority gut ankommt, bevor sie es selbst kaufen. Daher ist es essenziell, dass die Early Majority dem Produkt treu bleibt. Wenn dieser Adaptionsprozess dem Unternehmen bekannt ist, ist es oft einfacher geeignete Marketing-Strategien für die jeweilige Verbrauchergruppe zu entwerfen, um die Chancen für ein erfolgreiches Produkt zu erhöhen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://de.ryte.com/wiki/Early_Majority#:~:text=Technologiebegeisterte%20(Innovators)%3A%202%2C5,Mehrheit%20(Late%20Majority)%3A%2034%20%25

[2] https://ondigitalmarketing.com/learn/odm/foundations/5-customer-segments-technology-adoption/

[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Diffusion_of_innovations

[4] https://www.onlinesolutionsgroup.de/blog/glossar/l/late-majority/

[5] https://www.interaction-design.org/literature/article/understanding-early-adopters-and-customer-adoption-patterns

Bildquelle: Annie Spratt / Unsplash

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