Zuletzt aktualisiert: September 22, 2021

Im digitalen Zeitalter gewinnt der Online-Traffic und damit auch Webseiten immer mehr an Bedeutung. In diesem Zusammenhang ist es umso wichtiger, dass die Webseiten übersichtlich und benutzerfreundlich sind. Mittels Eye Tracking können diese Aspekte gemessen und untersucht werden, um so ein optimales, kundenorientiertes Ergebnis erzielen zu können.

In diesem Beitrag erfährst du alle wichtigen Hintergrundinformationen über das Eye Tracking 2021. Wir informieren dich darüber, wie das Eye Tracking gemessen werden kann und welche Dinge dabei beachtet werden sollten. Damit kannst du sicherstellen, dass deine Website benutzerfreundlich ist und Kunden schnell an ihre Informationen gelangen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eye Tracking ist eine moderne Technologie, auf welche Unternehmen gerne zurück greifen. Das primäre Ziel ist dabei die Kunden besser zu verstehen, damit Unternehmen konkret auf Kundenbedürfnisse eingehen und so gezielt Änderungen an der Website vornehmen können.
  • Das Eye Tracking misst die Benutzerfreundlichkeit einer Website, indem untersucht wird, wohin der Nutzer schaut und wo sein Blick haften bleibt. Aus diesen Daten lässt sich schließen, ob und welche Bereiche verbessert und optimiert werden können.
  • Eye Tracking ist ein recht unkomplizierter Vorgang und basiert auf einer Infrarottechnik, welche sich im oder am Bildschirm befindet. Ein Eye Tracker ist mit vielen Details wie Kameras, Infrarotlicht und speziellen Algorithmen ausgestattet, welche eine optimale Datenauswertung ermöglichen.

Glossareintrag: Der Begriff Eye Tracking im Detail erklärt

Als häufiger Internetnutzer oder Webseitenbetreiber bist du möglicherweise bereits auf den Begriff “Eye Tracking” gestoßen. Doch was bedeutet dies genau? Um dich darüber aufzuklären, haben wir wichtige und häufig gestellte Fragen rund um das Thema Eye Tracking aufgegriffen und ausführlich beantwortet.

Was ist Eye Tracking?

Unter Eye Tracking versteht man verschiedene Methoden, mit denen menschliche Augenbewegungen aufgezeichnet und registriert werden können. Das Eye Tracking ist eine Technologie, welche genutzt wird, um festzustellen und zu analysieren, wohin eine Person auf einem Bildschirm blickt (1).

Viele Unternehmen können mit Hilfe des Eye Trackings ihre Website merklich verbessern. Oftmals werden verschiedene Probanden eingeladen, bei welchen die Eye Tracking Methode angewendet wird, um festzustellen, wo Verbesserungspotenzial besteht. (Bildquelle: Annie Spratt / unsplash)

Meistens wird die Technik im Bezug auf die Nutzerfreundlichkeit einer Website angewendet. Mit der Blickerfassung kann nämlich die User Experience, kurz UX, erforscht werden, welche Aufschluss über die Verarbeitung visueller Informationen sowie die Usability einer Website oder Software gibt (2).

Bei einer sogenannten Landingpage, also einer Website, die durch Anklicken einer Werbeanzeige geöffnet wird, zählen nur die ersten Sekunden des Aufrufs. In der äußert kurzen Orientierungsphase zeigen Eyetracker auf, wohin die Nutzer schauen und ob sie die wesentlichen Funktionen oder gesuchten Informationen gleich im ersten Moment erkennen (3).

Wie funktioniert Eye Tracking?

Mit einer Infrarottechnik, welche sich im oder am Computer befindet, können einzelne Augenbewegungen erkennt und aufgezeichnet werden (4). Dies funktioniert im Allgemeinen folgendermaßen:

  1. Ausstrahlung von Infrarotlicht: Die im Eyetracker vorhandenen Lichtquellen strahlen infrarotnahes Licht aus.
  2. Erfassung der Augen: Das Infrarotlicht wird von den Augen erfasst und reflektiert, wobei ein Reflektion-Muster entsteht. Diese Reflektionen werden wiederum von den im Eyetracker installierten Kameras erfasst und aufgezeichnet.
  3. Datenverarbeitung: In einem nächsten Schritt werden von sogenannten Bildverarbeitungs-Algorithmen spezifische Details der Augen und deren Reflektionen heraus gelesen und festgehalten. Basierend auf diesen Details wird die Position des Auges sowie dessen Blickpunktes mittels mathematischer Algorithmen errechnet.

Aus den oben erwähnten Informationen lässt sich dann schließen, ob und wo Verbesserungspotenzial besteht und welche Bereiche einer Website optimiert werden könnten. Des Weiteren kann daraus geschlossen werden, wie ein Nutzer an seine gesuchten Informationen gelangt. Außerdem gibt das Eye Tracking auch Auskunft darüber, wie lange und intensiv sich ein Betrachter mit einem Bereich beschäftigt, bevor seine Augen weiter wandern (5).

Welche Eye Tracking Aufzeichnungsgeräte gibt es?

Ursprünglich kamen Eyetracker nur im medizinischen Bereich mittels Kontaktlinsen zum Einsatz. Doch heutzutage gibt es zahlreiche Tools um das Eye Tracking konsequent anzuwenden (6). Meist werden diese Tools in Form von Hardware oder Softwares verwendet.

  • Mobile Eyetracker: Mobile Eyetracker werden direkt am Kopf der Probanden angebracht und zeichnen so die Augenbewegungen auf. Es gibt beispielsweise Brillen, welche als tragbare Eyetracker fungieren und mühelos alle Augenbewegungen von Probanden aufzeichnen können (7).
  • Externe Eyetracker: Eine andere Methode, um die Augenbewegungen aufzuzeichnen erfolgt mittels externer Eyetracker. Diese werden am Bildschirm befestigt und erfassen anschließend alle Bewegungen. Der Vorteil hierbei ist, dass die Daten direkt digital abgespeichert werden können.

Beide Varianten geben Auskunft über die verschiedenen Blickbewegungen der Probanden. Dabei wird zwischen Fixationen, Sakkanden und Regressionen unterschieden. Fixationen beschreiben Punkte, die von den Augen detailliert betrachtet und fixiert werden.

Währenddessen Sakkanden schnelle Augenbewegungen aufzeichnen, sprich Abschnitte, die beispielsweise nur überfolgen werden. Die Regressionen zeigen hingegen auf, wenn der Blick auf eine bereits erfasste Stelle zurückkehrt.

Wie werden die Eye Tracking Daten ausgewertet?

Grundsätzlich ist vorab klar zustellen, dass das Blickverhalten der Nutzer in erster Linie nur vom individuellen Nutzungsziel abhängig ist. Wenn jemand beispielsweise Informationen über die Nebenwirkungen von Vitamin D erhalten möchte, werden die Augen zuerst auf den entsprechenden Abschnitt springen und erst in einem zweiten Schritt die gesamte Website begutachten. Daher ist es von enormer Bedeutung, auch den Hintergrund der gewonnen Daten zu analysieren.
Das Eye Tracking gibt Auskunft über das Blickverhalten von Probanden.

Die Daten geben Auskunft über verschiedene Blickbewegungen. So können beispielsweise Abschnitte heraus kristallisiert werden, welche den Nutzern sofort ins Auge springen. Andererseits werden auch weniger wichtige und daher verbesserungsfähige Bereiche sichtbar, welche Nutzer überspringen oder nur flüchtig durchlesen.

Im Gegenzug werden auch Teile aufgezeigt, die mit den Augen fixiert und gründlich durchgelesen werden. Ebenso können die Daten Bereiche aufzeigen, die zu einem späteren Zeitpunkt nochmals aufgriffen und mehrmals durchgelesen werden.

Was sind die Vor- und Nachteile des Eye Trackings?

Das Eye Tracking Verfahren bringt mehrere Vorteile mit sich. Die Eyetracker erfassen den Blickverlauf eines Probanden so genau, dass festgestellt werden kann, ob eine Personen einen Text liest, überfliegt oder gar nicht beachtet. So kann eine Fehlangabe der Probanden, wie bei einer normalen Befragung, vermindert werden.

Auch auf den Aufmerksamkeitsprozess können Rückschlüsse gezogen werden. Die sogenannten “areas of interests” zeigen auf, welche Bereiche wie lange und wie stark von den Augen fixiert wurden. Das visuelle Suchverhalten der Nutzer kann ebenfalls aufgezeigt und auf die eigene Webseite angepasst werden. Doch nebst dem unternehmerischen Einsatz gibt es noch viele weitere Anwendungsgebiete, wo Eye Tracking Methoden äußert nützlich sein können (8).

Vorteile:

  • Messung der Augenbewegungen
  • Visualisierte Ergebnisse
  • Vielseitig anwendbar
  • Analyse des Aufmerksamkeitsprozesses möglich

Nachteile:

  • Teuer in der Anschaffung
  • Expertise und Fachwissen erforderlich
  • Informationsaufnahme muss nicht zwingend mit der Blickfokussierung übereinstimmen

Neben den eben erwähnten Vorteilen stehen Eye Tracking Untersuchung jedoch auch mit gewissen Nachteilen in Verbindung. Die Anschaffung eines Eyetrackers ist preislich sehr teuer. Um den Eyetracker richtig anzuwenden und die Daten entsprechend auswerten zu können, ist eine hohe Expertise mit fundiertem Fachwissen erforderlich.

Wenn der Hintergrund oder die Fragestellungen der Probanden nicht genau analysiert werden, können außerdem falsche Ergebnisse aus den Daten entnommen werden. Denn die Blickfokussierung ist auch nicht immer mit der Informationsaufnahme gleichzusetzen, da unklar bleibt, ob und wie die Informationen kognitiv weiterverarbeitet wurden (9).

In welchem Zusammenhang stehen Eye Tracking und Usability Tests?

Mittels eines Usability Test kann die Gebrauchstauglichkeit einer Software, Hardware oder Website überprüft und getestet werden. Das Eye Tracking ist dabei eine gängige Methode, um ergänzende Einblicke in das Nutzerverhalten bei Usability Test zu erhalten (10).
Wichtig ist jedoch, dass immer der dahinterliegende Hintergrund sowie Fragestellungen berücksichtigt werden, da diese das Blickverhalten maßgeblich beeinflussen können.

Das Ziel solcher Maßnahmen ist, dass sich die Funktionalität von Applikationen und Webseiten nach den Ansprüchen der Menschen richtet, welche damit arbeiten oder diese verwenden.

Werden Eye Tracking und Usability Tests zusammen kombiniert, können noch genauere Ergebnisse heraus gelesen werden. Dies bewirkt, dass Softwares, Hardwares oder Webseiten besser an die jeweiligen Kundenbedürfnisse angepasst werden können. So können Veränderungen getroffen werden, die den Gebrauch vereinfachen und somit auch das Nutzerverhalten positiv beeinflussen.

Fazit

Mit modernen Technologien unterstützt das Eye Tracking viele Unternehmen dabei, ihre Kunden noch besser verstehen zu können. Diese neue Methode, welche die Blickerfassung genausten analysiert, eröffnet viele neue Möglichkeiten, um digitale Anwendungen noch besser auf die Bedürfnisse der Menschen auszurichten.

Die Blickverlaufsanalyse nimmt in unterschiedlichsten Bereichen eine unterstützende Funktion ein. So kann sie kombiniert mit Beobachtungs- oder Befragungsstudien weitere und vor allen Dingen genauere Interpretationen über das jeweilige Nutzerverhalten liefern, aus welchen im Anschluss inhaltliche und gestalterische Optimierungsansätze geschlossen werden können.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7374327/

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6165570/

[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6802796/

[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6267515/

[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6030130/

[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4839304/

[7] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6453044/

[8] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6960643/

[9] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6974897/

[10] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6928306/

Bildquelle: Christin Hume / unsplash

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