Zuletzt aktualisiert: September 22, 2021

Die Aufmerksamkeit der Internetnutzer ist stark umkämpft von Websitebetreibern, Werbetreibenden und anderen. So müssen immer wieder neue Konzepte entwickelt werden, um die Aufmerksamkeit der Nutzer auf bestimmten Content zu lenken. Eines dieser Konzepte sind Interstitials oder Interstitials Apps.

Sie unterbrechen den Besuch einer Internetseite, um die Aufmerksamkeit des Nutzers auf ihren Content zu lenken. Dabei nehmen sie häufig den gesamten Bildschirm ein. In diesem Artikel wird dir erklärt, um was es sich bei Interstitials genau handelt, wie sie funktionieren und eingesetzt werden und welche Vor- und Nachteile sie unter Online Marketing Aspekten haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Interstitials sind “Unterbrechungen” von Websites oder Mobile Apps. Sie zeigen meist Werbung, die die Fläche der Website überlagert. Sie werden durch unterschiedliche Aktionen auf der Website ausgelöst und lassen sich nur manuell oder nach einer bestimmten Zeit schließen.
  • Mit Interstitials erlangt der Werbetreibende die volle Aufmerksamkeit der Nutzer, im Gegensatz zu Bannerwerbung. Durch die Aktion und das Einnehmen der gesamten Bildschirmfläche erregen sie Aufmerksamkeit und sind besonders bei mobilen Anwendungen beliebt.
  • Die übermäßige Nutzung von Interstitials oder die Nutzung an der falschen Stelle, lässt sie schnell eine störende Wirkung haben. Es besteht dann die Gefahr, dass der Nutzer sie sehr negativ wahrnimmt.

Glossareintrag: Der Begriff Interstitials im Detail erklärt

Um dir näher zu bringen, was Interstitials sind und wie sie angewendet werden, haben wir dir im Folgenden eine Übersicht über die wichtigsten Fragen und Fakten zu Interstitials zusammengestellt. Wir erklären dir zusätzlich, was die Vor- und Nachteile der Anwendung sind und welche Bedeutung sie für modernes Online Marketing haben.

Was sind Interstitials?

Interstitials oder Interstitial Ads werden auf Deutsch übersetzt “Unterbrechungswerbung” genannt. Interstitials unterbrechen den Besuch auf der Website und zeigen meist Werbung in einer Ebene über der Website. Um zum Content Website zurückzugelangen, muss der Nutzer warten, bis sich das Interstitial von alleine schließt, oder die Intertitials manuell schließen.

Die geläufigste Form von Interstitials ist das Pop-up. Dies ist ein Fenster, dass sich über die gesamte Website legt und so die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich lenkt. Es gibt jedoch zahlreiche weitere Formen, die auf vielen Websites in Gebrauch sind und den Nutzern täglich begegnen. Häufig werden Interstitials im mobilen Bereich eingesetzt, da die Bildschirmgröße kleiner ist. Dadurch muss die angezeigte Werbung möglichst den ganzen Bildschirm einnehmen, um die Aufmerksamkeit des Nutzers zu erlangen.

Interstitials werden besonders häufig für mobile Endgeräte wie Handys eingesetzt. (Bildquelle: Rob Hampson / Unsplash)

Man kennt Interstitials von vielen bekannten Seiten, da sie gerne zu Werbezwecken beim Klick auf die Seite oder auf Unterseiten genutzt werden. Auch ein vorgeschaltetes Werbevideo auf YouTube wird als Interstitial Ad gezählt.

Wie funktionieren Interstitials?

Interstitials werden meist durch das Klicken auf einen bestimmten Link oder das Laden einer Website ausgelöst. Auch durch das Klicken von Links oder Bereichen innerhalb einer Website, können Interstitials ausgelöst werden. Manchmal reicht es auch, über bestimmte Flächen mit der Maus zu fahren, um ein Interstitial angezeigt zu bekommen. Sie werden dadurch automatisch geöffnet und dem Nutzer meist über der eigentlichen Website gezeigt.

Folgende Aktionen lösen also Interstitials auf Websites aus:

  • Öffnen / Laden einer Website
  • Klick auf einen Link
  • Klick auf bestimmten Bereich der Website
  • Mauszeiger über bestimmten Bereich fahren

Um Interstitials wieder zu schließen, müssen sie entweder manuell vom Nutzer geschlossen werden, oder sie schließen sich nach einer bestimmten Zeit selbst. Oftmals muss der Nutzer auch einige Sekunden warten, bis er die Interstitials schließen kann.

Technisch gibt es je nach Art des Interstitials verschiedene Möglichkeiten sie zu realisieren. Pop-ups werden zum Beispiel über JavaScript realisiert. Natürlich muss auf die Größe des Bildschirms geachtet werden. Die Inhalte müssen also auf die vorhandenen Bildschirmgrößen angepasst werden, um dem Nutzer optimal angezeigt zu werden. Google gibt für Smartphones eine Größe von 320 x 480 und für Tablets 1024 x 768 vor. (1)

Bei gut gemachten Interstitials wird die Anzeige im natürlichen Flow der App oder Seite integriert. In Apps werden sie beispielsweise zwischen Leveln oder in Spielpausen geschaltet. Dadurch wird die Nutzererfahrung kaum gestört und sie wirken wenig aufdringlich. (2)

Welche unterschiedlichen Varianten von Interstitials gibt es?

Interstitials können in unterschiedlichen Variant angewandt werden, die sich unterschiedlich auf dem Bildschirm bemerkbar machen. Auch die Wirkung auf den Konsumenten ist unterschiedlich. Einen Überblick über die verschiedenen Typen, was sie bewirken und welche Besonderheiten sie aufweisen, findest du in diesem Abschnitt.

  • Pop-up: Öffnet sich in einem neuen Fenster oder Tap vor dem eigentlichen Content, Umsetzung via JavaScript, geläufigste Form von Interstitials, verliert an Relevanz durch vermehrten Einsatz von Pop-up-Blockern
  • Pup-under: Öffnet sich in einem neuen Fenster oder Tap im Hintergrund, wird oftmals als unseriös betrachtet, Aufmerksamkeit wird nicht direkt auf die Werbung gelenkt
  • Flash Layer: überlagert den Content transparent, kann in Größe und Bildschirmformat frei skaliert werden
  • Video-Interstitial: Interstitial in Video Form, wird vor dem eigentlichen Video geschaltet (z. B. bei YouTube), kann meist nach einigen Sekunden übersprungen werden
  • Prestitial: Sonderform, die nur bei Startseiten und Programmstarts geladen wird, wird vor allem von Mobile Apps genutzt
  • Superstitial: wird während des Seitenaufrufs geladen, komplexe, mulimediale Interstitials, überlagert das gesamte Browserfenster

Wofür werden Interstitials genutzt?

Die Nutzung von Interstitials ist vielfältig. Im Folgenden zeigen wir die zwei häufigsten Einsatzzwecke von Interstitials. Auch andere Anwendungen von Interstitials sind gebräuchlich oder denkbar.

  • Werbung: Der klassische Zweck von Interstitials ist Online Werbung. Die Fläche des Interstitials zeigt also Werbung. Der Inhalt kann etwas mit der besuchten Seite zu tun haben, oder ein klassischer Werbeplatz für andere Unternehmen sein.
  • Information: Interstitials werden jedoch nicht nur für Werbung genutzt. Sie können auch zusätzliche Informationen bereitstellen, ohne dass der Nutzer die Seite verlassen muss. Ein Beispiel hierfür ist, wenn der Nutzer mit der Maus über einen Begriff fährt, wird ihm die Definition für diesen Begriff angezeigt, ohne dass hierfür eine neue Seite geladen werden muss.

Interstitials Ads werden sowohl auf Websites, als auch in Mobile Apps eingesetzt. Besonders wichtig sind sie im Bereich der Mobile Apps aufgrund der geringeren Bildschirmgröße von mobilen Endgeräten. Folgendermaßen werden Interstitials in diesen Bereichen genutzt:

  • Websites: Werbung vor oder während des Websitebesuchs oder Information
  • Mobile Apps: Werbung während der Nutzung der App zwischen zwei Bildschirmen. Beispielsweise nach Abschließen eines Levels.

Was sind die Vor- und Nachteile von Interstitials?

Bei gut eingesetzten Interstitials wird die volle Aufmerksamkeit des Nutzers darauf gelenkt. Im Gegensatz dazu steht die Bannerwerbung, die oftmals kaum oder gar nicht wahrgenommen wird. Man spricht hier auch von “Bannerblindheit”. Interstitials lenken alleine mit ihrem plötzlichen Auftauchen die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich. Sie nehmen häufig die gesamte Bildfläche ein. So müssen sie nicht mit dem Content um die Aufmerksamkeit des Nutzers konkurrieren. So gelten Interstitials inzwischen als effektiver als Bannerwerbung auf Websites.

Ein weiterer Vorteil sind die Gestaltungsmöglichkeiten von Interstitials. Die großflächige Darstellung der Interstitials, wie auch die konkurrenzlose Darstellung ermöglichen viel gestalterische Freiheit. Sie können mit vielfältigen Medien ausgestattet werden, wie Fotos, Videos und auch Musik. Der Nutzer kann sich zudem erst vom Einfluss der Interstitials entziehen, wenn er es manuell entfernt, oder es sich nach einigen Sekunden selbst schließt.

Vorteile:

  • Aufmerksamkeitsstark
  • Vielfältige, multimediale Gestaltungsmöglichkeiten
  • hohe Klickrate

Nachteile:

  • Kann Nutzerinteraktion durch Content-Überlagerung stören
  • Nutzerinterkation zum Schließen nötig
  • Kann zu negativen Abstrahleffekten auf die Marke führen (3)

Eine übermäßige Nutzung von Interstitials kann auch negative Effekte haben. Der Nutzer kann verunsichert werden, wenn er nicht weiß, wo das Interstitial herkommt, oder wenn er nicht weiß, wie es wieder verschwindet. Besonders bei einer manuellen Schließung, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, kann es schnell vorkommen, dass der Nutzer die Seite verlässt.

Zusätzlich kann der Nutzer genervt sein, falls zu viele Interstitials auftauchen und diese negative Erfahrung mit der Website verbinden. Dies kann dazu führen, dass der Nutzer die Website weniger häufig besucht.

Werden Interstitials zu häufig oder an den falschen Stellen geschaltet, wirkt sich das negativ auf die Erfahrung des Nutzers aus.

Ein übermäßiger oder unseriöser Gebrauch von Interstitials wird inzwischen sogar von Google abgestraft und kann das Ranking der entsprechenden Seite verschlechtern. Hierfür hat Google Richtlinien zur Verwendung von Interstitials unter anderem in Mobile Apps aufgestellt, die beispielsweise Interstitials beim Öffnen und Schließen der App als unzulässig erklärt. (4)

Ein weiteres Risiko ist, dass die Interstitials zu lange brauchen, um zu laden und damit die Ladezeit der Seite beeinträchtigen. Auch dies verschlechtert die Erfahrung des Nutzers mit der Seite.

Welche Bedeutung haben Interstitials für das Online Marketing?

Richtig eingesetzt sind Interstitials ein effektives Instrument im Online Marketing und ersetzen andere weniger effektive Werbemaßnahmen. Damit die Werbung jedoch nicht nur als störend angesehen wird, sollte sie nicht zu häufig platziert werden. Zudem ist es wichtig, dass die angezeigte Werbung zur Zielgruppe der Website passt. Ansonsten kann der Effekt der Interstitials schnell negativ sein.

Eine große Bedeutung haben Interstitials auch im Mobile Advertising. Das heißt sie werden nicht nur auf klassischen Websites genutzt, sondern auch auf mobil angepassten Websites oder auf Mobile Apps. Da Bildschirme von mobilen Geräten eher klein sind, ist es besonders effektiv Interstitials für die Sichtbarkeit der Werbung zu nutzen. Aus diesem Grund sind Interstitials oft in Mobile Apps platziert. Da die Nutzung von Mobile Apps aktueller denn je ist, sind auch Interstitials als Werbemöglichkeit sehr aktuell.

Interstitials haben nicht nur auf klassischen Websites eine große Bedeutung, sondern vor allem im Mobile Advertising in mobilen Apps oder auf smartphone-optimierten Websites.

Laut einer Studie des BVDWs sind haben Interstitials in mobilen Anwendungen einen Betrachteranteil von 97 %, Video Interstitials sogar 99 %. Zudem haben sie mit 3,4 Sekunden und 4,8 Sekunden die höchsten Betrachtungsdauern im Vergleich zu anderen Mobile Ads Formen. (5)

Fazit

Interstitials sind ein wichtiges Instrument im umkämpften Online Marketing Markt. Die Aufmerksamkeit der Nutzer wird so komplett auf den Inhalt der Interstitial Ad gelenkt. Richtig eingesetzt sind sie damit ein effektives Werbemittel. Für den aktuellen Online Marketing Markt sind sie ein wichtiges Instrument, dass man kennen und an den richtigen Stellen einsetzen sollte. Sie können vielfältig, multimedial und in gewünschter Größe und Format gestaltet werden.

Besonders im mobilen Bereich sind Interstitials sehr wichtig. Für den begrenzten Platz auf Smartphone-Bildschirmen bietet sich ein Bildschirmfüllendes Interstitial an um die maximale Aufmerksamkeit des Nutzers zu erregen.

Bei übermäßigem oder falschem Einsatz wirken sie auf die Nutzer jedoch störend und irritierend. Interstitials sollten die intuitive Nutzung einer Website oder einer App auf keinen Fall zu sehr stören. Dies führt zu verringerter Aufmerksamkeit oder schlimmstenfalls zu negativen Assoziationen mit der beworbenen Marke und der Website, auf die der Nutzer eigentlich wollte. Interstitials sollten also, wie die meisten anderen Werbeinstrumente mit Maß angewandt werden, um den Nutzer nicht zu überfordern.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://support.google.com/admanager/answer/4532115?hl=de

[2] https://www.facebook.com/audiencenetwork/news-and-insights/three-things-you-need-to-know-about-ad-engagement

[3] https://www.bvdw.org/fileadmin/user_upload/BVDW_LF_MobileAdvertising_final.pdf

[4] https://support.google.com/admob/answer/6201362

[5] https://www.bvdw.org/fileadmin/user_upload/ovk_gesamtergebnisse_power_of_mobile_creation.pdf

Bildquelle: Goumbik / Pixabay

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