Zuletzt aktualisiert: September 22, 2021

Die technische Qualität einer Webseite gehört zu den Aspekten, die das Nutzungsverhalten der Besucher mitbestimmen. Um genau diese Qualität überprüfen zu können, hat Google das Analysetool Ligthouse entwickelt. Hiermit werden in verschiedenen Bereichen Audits durchgeführt und die Ergebnisse zeigen an, welche Aspekte einer Optimierung bedürfen.

In diesem Artikel werden wir dir erläutern, was Google Lighthouse ist und welche Bereiche auf deiner Webseite analysiert werden können. Darüber hinaus werden wir dir zeigen, warum das Tool sinnvoll ist und wie es letztendlich genutzt werden kann. So werden wir dich mithilfe diverser Informationen auf die Verwendung des Analysetools vorbereiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Google Lighthouse handelt es sich um ein Open-Source-Tool zum Analysieren von Webseiten. Fünf verschiedene Bereiche (Performance, Best Practices, Accessibility, SEO und Progressive Web Apps) können damit auf Verbesserungspotenzial überprüft werden.
  • Die Ergebnisse von Lighthouse zeigen entweder an, welche Aspekte bereits gut umgesetzt wurden oder eben nicht. Weitergehend gibt Google Lighthouse konkrete Verbesserungsvorschläge für eine bessere Qualität der Webseite an.
  • Das Analysetool kann direkt über den Google Chrome Browser verwendet werden. Hierzu kann Lighthouse beispielsweise entweder über die Funktionstaste F12 oder über das Menü bei weiteren Tools als Developer Tool abgerufen werden.

Hintergründe: Was ist Lighthouse?

Damit du dich für eine Verwendung von Lighthouse entscheiden kannst, solltest du dich zunächst genauer über das Tool informieren. Mithilfe der nachstehenden Fragen wollen wir dir daher einen Überblick über die Funktionen und deren Anwendung liefern.

Was ist Google Lighthouse?

Bei Google Lighthouse handelt es sich um ein Analysetool zur Durchführung von Audits unterschiedlicher Webseiten. Dabei ist das Tool direkt in dem Google Chrome Browser integriert und ermöglicht so eine einfache sowie unkomplizierte Anwendung. Mithilfe von Lighthouse können dann Audits durchgeführt werden, um die Qualität und Performance der eigenen Webseite zu messen. Insofern das Open-Source-Tool Fehler feststellt, können diese als Hinweis für Verbesserungen dienen.

Welche Audits kann Lighthouse durchführen?

Lighthouse verfügt über viele unterschiedliche Audits, die anhand der URL der jeweiligen Webseite durchgeführt werden. Die Audits beschränken sich dabei auf diese fünf Bereiche: Performance, Best Practices, Accessibility, SEO und Progressive Web Apps.

Das Analysetool Lighthouse kann direkt und unkompliziert im Google Chrome Browser verwendet werden. (Bildquelle: Deepanker Verma / Pexels)

Welche Aspekte in den einzelnen Bereichen überprüft werden, werden wir dir im Folgenden definieren und näher erläutern.

Wie wird die Performance überprüft?

Im Bereich der Performance wird vor allem auf technische Aspekte fokussiert. Hierbei wird erneut in die drei Bereiche Metrics, Opportunities und Diagnostics unterteilt, sodass sich die Performance schlussendlich über 22 Analysen erstreckt. Die folgende Tabelle stellt die sechs Kategorien vor, welche im Rahmen des Bereichs Metrics analysiert werden. (1)

Kategorie Beschreibung
First Contentful Paint Diese Kategorie gibt den Zeitraum vom Absenden der Domain bis zum Zeichnen des Bildes oder Textes.
First Meaningful Paint Dies gibt die Sekundenzahl bis die Website die wichtigsten Inhalte geladen hat an.
Speed Index Der Speed Index beschreibt die Dauer bis zur Sichtbarkeit der Inhalte.
First CPU Idle Hier wird die Sekundenzahl angegeben, wann das erste Mal Nutzereingaben auf der Seite verarbeitet werden können.
Time to Interactive Time to Interactive bezieht sich auf die volle Interaktionsfähigkeit der Webseite.
Estimated Input Latency Hierbei handelt es sich um eine Einschätzung darüber, wie lange eine Webseite für eine Reaktion auf Nutzereingaben benötigt.

Der Bereich Metrics bezieht sich also vor allem auf Angaben bezüglich der Ladegeschwindigkeiten. Je schneller die Ladegeschwindigkeit, desto höher ist die Webseite auch tendenziell im Google-Ranking zu finden. (2, 3)

Im Rahmen der Performance-Analyse werden in dem Bereich Opportunites Handlungsempfehlungen zur besseren Seitengeschwindigkeit abgegeben. Dazu gehören zum Beispiel das Entfernen nicht verwendeter CSS-Elemente oder die Verwendung von geeigneten Bildformaten. Der Bereich Diagnostics liefert weitergehende Handlungsempfehlungen zur eigenen Performance. Beispielsweise könnte angezeigt werden, dass die JavaScript-Ausführungszeit verkürzt oder übermäßige DOM-Größen vermieden werden sollten.

Was gehört zu den Best Practices?

Best Practices umfasst insgesamt 16 unterschiedliche Tests. Hier erfolgt allerdings keine Gewichtung der Ergebnisse. Stattdessen geht es lediglich um Bestehen oder Nichtbestehen. Zu den Fragen im Bereich Best Practices gehören beispielsweise ob HTTPS verwendet wird oder ob verwendete Links unsicher sind.

Was sagt die Barrierefreiheit / Accessibility von Lighthouse aus?

Ein weiterer Aspekt zur Analyse ist die Accessibility. Übersetzt bedeutet dies so viel wie Barrierefreiheit. Bei der Accessibility wird also gemessen, inwieweit Menschen mit Einschränkungen die Webseite verwenden können. Häufig ist die Verwendung mit Problemen verbunden.

Öffentliche Stellen sind nach einer EU-Richtlinie dazu verpflichtet, einen barrierefreien Zugang von Webseiten und mobilen Anwendungen zu ermöglichen. (4)

Im Bereich der Accessibilty bei Google Lighthouse existieren ebenfalls Tests, bei denen es um Bestehen oder Nichtbestehen geht. Im Gegensatz zu den Best Practices werden bei der Accessibility die Resultate gewichtet und der Durchschnitt wird berechnet. Je nachdem wie gut oder schlecht dieser Durchschnittswert ausfällt, wird Google Lighthouse mehr oder weniger Verbesserungsvorschläge für eine Barrierefreiheit der Webseite unterbreiten.

Welche Audits werden im Bereich der SEO angeboten?

Im Bereich der SEO, also der Suchmaschinenoptimierung, werden 11 verschiedene Audits angeboten. Hierbei handelt es sich um die wichtigsten SEO-Merkmale, die jede Webseite oder App integrieren sollte. Die Audits zur Überprüfung sind (ins Deutsche übersetzt): (5)

  • Dokument hat ein <title> Element
  • Dokument besitzt eine Meta-Beschreibung
  • Links haben beschreibende Texte
  • Dokument hat einen gültigen hreflang
  • Seite hat ein gültiges rel=canoncial
  • Seite hat einen gültigen HTTP-Statuscode
  • robots.txt ist gültig
  • Dokument verwendet Plugins
  • Vorhandensein eines <meta name=”viewport”> Tags mit width oder initial-scale
  • Dokument verwendet lesbare Schriftgrößen
  • Tap-targets sind passend dimensioniert

Bei der Überprüfung wird also beispielsweise geschaut, ob Tags oder Plugins richtig verwendet werden. Insofern die Audits ergeben, dass auf der Webseite bezüglich der SEO-Merkmale Mängel vorliegen, sollten diese schnellstens behoben werden.

Was sind Progressive Web Apps?

Progressive Web Apps, kurz PWAs, sind eine neuartige Form von Webseiten. Diese verhalten sich viel mehr wie Apps, wobei PWAs unabhängig von App-Stores sind. So können PWAs bei einer entsprechenden Verknüpfung des Smartphones mit der URL auch offline verwendet werden. Updates werden automatisch bei einer bestehenden Internetverbindung durchgeführt. Zudem laden PWAs mithilfe von JavaScript. Wenn das Laden nicht schnell genug funktioniert, wird der Nutzer eine Verwendung eher ablehnen. (6)

Die Ladegeschwindigkeit einer Webseite ist enorm wichtig. Wenn diese zu lange zum Laden benötigt, springen Nutzer häufiger ab. (Bildquelle: Gifpundits / Pexels)

Aus diesem Grund untersucht Google Lighthouse auch PWAs. Hierbei werden unterschiedliche Aspekte bezüglich PWAs untersucht, beispielsweise ob eine HTTPS-Verbindung existiert oder ob die Ladegeschwindigkeit für mobile Netzwerke schnell genug ist.

Welche Aussagen können mit Google Lighthouse getroffen werden?

In erster Linie hilft Google Lighthouse dabei, die eigene Website anhand der URL zu analysieren und deckt Fehler oder Aspekte auf, die einer Verbesserung bedürfen. Dabei werden in den fünf einzelnen Analysen-Bereiche wichtige Kennzahlen zu den Nutzererfahrungen angegeben. So wird mithilfe des Tools das Erlebnis der Nutzer rekonstruiert.

Der Score von 100 stellt jeweils, insofern ein Durchschnittswert berechnet wird, den maximalen Wert dar. Zudem werden die Ergebnisse mit Farbskalen (rot, orange und grün) bunt hinterlegt. Auf diese Weise kann man schnell sehen, wo noch Verbesserungsbedarf besteht – insbesondere im roten Bereich. Kleine Optimierungen sollten im orangefarbenen Bereich vorgenommen werden. Darüber hinaus werden in manchen Bereichen konkrete Verbesserungsvorschläge von Lighthouse gegeben.

Wofür ist Lighthouse sinnvoll?

Google Lighthouse ist sinnvoll, um die Qualität der eigenen oder der konkurrierenden Webseiten überprüfen zu lassen. Wie mit den Ergebnissen aus den fünf Analysen-Bereichen verfahren wird, ist jedem selbst überlassen.

Mithilfe von Lighthouse kann zum Vergleich auch die Konkurrenz analysiert werden.

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Aber um die Qualität und die Performance der eigenen Webseite zu verbessern, lohnt es sich die gewonnenen Erkenntnisse auch umzusetzen. Vereinfacht wird dies dann, wenn Lighthouse sogar konkrete Verbesserungsvorschläge angibt.

Wie nutze ich Google Lighthouse?

Die Nutzung von Google Lighthouse ist auf verschiedenen Wegen möglich. Am Einfachsten ist es jedoch, wenn Lighthouse mithilfe des Chrome Browsers auf dem Endgerät verwendet wird. Hierbei sollte sichergestellt werden, dass der Browser auf dem aktuellsten Stand ist. Abrufbar ist Lighthouse dann im Browser über die sogenannten DevTools. Auf diese kommt man mithilfe der Funktionstaste F12 und kann dann ganz einfach Lighthouse in dem Tab „Audits“ auswählen. (7)

Auch Tools wie PageSpeed Insights nutzen die Funktionen von Google Lighthouse, wobei zur Analyse die entsprechende URL benötigt wird.

Andernfalls kann das Tool über das Menü und „more tools“ mit anschließendem Klick auf die „developer tools“ abgerufen werden. Zusätzlich dazu steht Google Lighthouse zum Download im chrome web store zur Verfügung und die Audits können auch über das Google web.dev Portal im Internet abgerufen werden. (8)

Fazit

Google Lighthouse ist ein praktisches Tool zum Analysieren von Webseiten. Die einfache Handhabung ermöglicht es, dass jeder das Tool ohne Probleme verwenden kann. Man muss jedoch wissen, was die einzelnen Ergebnisse bedeuten, um daraus Schlüsse für sich selbst und die eigene Webseite ziehen zu können.

Wichtig ist, dass die Analyse allein für eine Verbesserung nicht ausreicht. Daher solltest du nach der Analyse daran arbeiten, die Ergebnisse auch umzusetzen. Hierzu kannst du dich natürlich an den Verbesserungsvorschlägen von Google Lighthouse selbst orientieren. In manchen Bereichen wird dir aber nur angezeigt, wo einerseits Mängel vorliegen und daher andererseits Verbesserungspotenzial besteht. Hier liegt es allein an dir, die richtigen Rückschlüsse für eine bessere Qualität und Performance deiner Webseite zu ziehen.

(Titelbild: Paulius Dragunas / Unsplash)

Einzelnachweise (8)

1. Searchmetrics.com: Google Lighthouse, abgerufen am 16.06.2021.
Quelle

2. Onlinemarketing.de: Google Lightouse-Studie: So geht es an die Spitze der Suchergebnisse, Toni Gau, 17.05.2019, abgerufen am 16.06.2021.
Quelle

3. Searchmetrics, Google Lighthouse Ranking-Faktoren, abgerufen am 16.06.202.
Quelle

4. RICHTLINIE (EU) 2016/2102 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 26. Oktober 2016 über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen, Art. 4.
Quelle

5. Web.dev: SEO Audits, abgerufen am 16.06.2021.
Quelle

6. Ionos.de: Progressive Web-Apps: Was versprechen die progressiven Apps? 30.10.2019, abgerufen am 16.06.2021.
Quelle

7. Developers.google.com: Tools for Web Developers - Lighthouse, abgerufen am 16.06.2021.
Quelle

8. Praxistipps.chip.de: Google Lighthouse: So funktioniert das Analyse-Tool, Felix Stoll, 27.04.2019, abgerufen am 16.06.2021.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Internetbeitrag
Searchmetrics.com: Google Lighthouse, abgerufen am 16.06.2021.
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Internetbeitrag
Onlinemarketing.de: Google Lightouse-Studie: So geht es an die Spitze der Suchergebnisse, Toni Gau, 17.05.2019, abgerufen am 16.06.2021.
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Searchmetrics-Studie
Searchmetrics, Google Lighthouse Ranking-Faktoren, abgerufen am 16.06.202.
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EU-Richtlinie
RICHTLINIE (EU) 2016/2102 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 26. Oktober 2016 über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen, Art. 4.
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Internetbeitrag
Web.dev: SEO Audits, abgerufen am 16.06.2021.
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Internetbeitrag
Ionos.de: Progressive Web-Apps: Was versprechen die progressiven Apps? 30.10.2019, abgerufen am 16.06.2021.
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Internetbeitrag
Developers.google.com: Tools for Web Developers - Lighthouse, abgerufen am 16.06.2021.
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Internetbeitrag
Praxistipps.chip.de: Google Lighthouse: So funktioniert das Analyse-Tool, Felix Stoll, 27.04.2019, abgerufen am 16.06.2021.
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