Zuletzt aktualisiert: September 22, 2021

Man sucht in einem Onlineshop nach ein paar Gummistiefeln, legt sie schon in den Warenkorb und dann entscheidet man sich aber doch gegen den Kauf. Seitdem kriegt man aber ständig überall Werbung zum Thema Gummistiefeln. Kommt das bei dir auch ständig vor? Viele wundern sich wie das passieren kann oder denken gar an einen Zufall, doch dem ist nicht so. Hinter diesen Werbeanzeigen steckt sehr viel Arbeit und Analyse und die wollen wir dir erklären.

In diesem Beitrag erfährst du alles über Targeting . Wir erklären dir was man unter dem Begriff versteht, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und welche Arten es von Targeting im Onlinemarketing gibt. Außerdem erklären wir dir welche Grenzen es beim Targeting gibt und worauf man achten sollte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Targeting bezeichnet eine genaue Ansprache auf bestimmte Zielgruppen mit dem Einblenden von Werbung auf Websites. Ziel ist beim Targeting, die passendste Werbung für den Nutzer und dem potenziellen Kunden einzublenden.
  • Beim Targeting kann man viele verschiedene Strategien verwenden, um den idealen Werbebanner für jeden individuellen Nutzer zu finden. Die häufigste Methode ist das Geo-Targeting.
  • Um die Kunden nicht abzuschrecken, sollte man darauf achten, die Werbestrategie nicht immer anzuwenden. Um die Häufigkeit zu regulieren, kann man Frequency Capping benutzen.

Glossareintrag: Der Begriff Targeting im Detail erklärt

In diesem Abschnitt haben wir für dich die wichtigsten Fakten zu dem Begriff Targeting zusammengefasst und erläutert. Dafür haben wir für dich alle wichtigen Fragen zu diesem Thema zusammengesucht und beantwortet, damit du dir schnell einen Überblick verschaffen kannst.

Was versteht man unter Targeting?

Targeting stammt von dem englischen Begriff Target, welches übersetzt Ziel bedeutet, und bezeichnet die genaue Zielgruppenansprache im Onlinemarketing (1). Dort ist Targeting ein fester Bestandteil und einer der wichtigsten Voraussetzungen ist, die Zielgruppenbestimmung vor einer Werbekampagne festzulegen. Denn nur mit einer festgelegten Zielgruppe kann das Targeting richtig eingesetzt werden.
Je genauer die Zielgruppe, desto genauer kann das Targeting umgesetzt werden.

Oft werden für Marketing-Kampagnen hohe Summen ausgegeben mit dem Ziel, ein Produkt so publik wie möglich zu machen und den Umsatz zu steigern. Natürlich ist aber nicht jedes Produkt für jeden Menschen von gleichem Interesse. Durch Targeting sollen also nur die potenziellen Kunden die Werbebanner, Videos und Anzeigen sehen. Unter allen Nutzern der Website findet Targeting die Zielgruppe, die für das jeweilige Produkt Interesse zeigen könnte.

So verhindert man den Streuverlust und grenzt die Zielgruppe ein. Diese Strategie nützt sowohl den Nutzern als auch der Werbekampagne und dessen Reichweite, da nur der passende User mit der für ihn relevanten Werbung konfrontiert wird.

Wie funktioniert Targeting?
Im Internet geben Nutzer fast immer überall ihre persönlichen Daten an, verwenden Suchfunktionen und geben ihre Interessen preis. Bevor Unternehmen also eine Werbekampagne starten, analysieren sie diese Daten und definieren ihre Zielgruppe. Danach wird mit dem AIDA-Prozess der Verkaufsprozess einer passenden Marketingaktion bearbeitet (2).

So konfigurieren sie ihre Streuplanung ihrer Werbung. Das heißt, nur Nutzer, die sich auch für die Werbung und das Produkt interessieren könnten, kriegen auch tatsächlich diese Werbung angezeigt (2).

Wenn du also zum Beispiel nach einer Bademöglichkeit in der Umgebung suchst und auf Facebook Fotos mit deinen Kindern hochgeladen hast, dann kann es gut sein, dass du später Angebote für familienfreundliche Schwimmbäder oder Strandspielzeug erhältst. Warum und wie welcher Nutzer eine bestimmte Werbung sieht, hängt von der jeweiligen Targeting-Methode ab.

Jede Information, die du in deinem Social Media preis gibst, wird fürs Targeting verwendet und analysiert. Durch diese Analyse bekommst du die für die passendste Werbung angezeigt. (Bildquelle: William Iven / unsplash)

Im SEO-Bereich kann ein effektives Targeting die Click Through Rate erhöhen und gleichermaßen die Bounce Rate senken. Diese beiden Faktoren sind wichtig für das Ranking bei Google oder anderen Suchmaschinen. Grundsätzlich kann man die Keywordrecherche auch als Targetingmethode einstufen (3).

Welche Targeting-Strategien gibt es?

Um auf das beste Targeting-Ergebnis zu kommen, gibt es natürlich auch verschiedene Varianten, die man anwenden kann. So kann man am besten eine oder vielleicht sogar mehrere Strategien anhand der Zielgruppe auswählen. Im Folgenden werden wir dir die bekanntesten Targeting-Strategien auflisten und kurz und knapp wiedergeben (4)(5).

  • Keyword Targeting: Diese Strategie kommt beim Keyword-Advertising zum Einsatz und beschreibt die Werbeansprache von Nutzern bei Suchanfragen. Diese Suchanfragen können in allgemeinen Suchmaschinen, in Business-Suchmaschinen oder Lieferantensuchmaschinen sein. Gibt der Nutzer also in eines der Suchmaschinen ein Suchbegriff ein, dann wird ihm die dazu passende Werbung für ein Unternehmen angezeigt. Die entsprechenden Keywords werden für die Kampagnen im Vorfeld bestimmt. Handelt es sich beispielsweise um Werbung eines Schuhhändlers, werden Ausdrücke aus der Kategorie Schuhe gewählt. Keyword Targeting hat die besten Conversionraten, da Nutzer, die nach einem bestimmten Produkt suchen, auch meistens dieses Produkt kaufen wollen.
  • Contextual Targeting: Bei dieser Art des Targeting werden Werbungen nach dem Auftreten bestimmter Keywords platziert. Das heißt, wenn das festgelegte Keyword auf einer Website auftaucht, dann wird danach die passende Anzeige platziert. Problematisch ist diese Strategie dann, wenn die Keywords zwar auf der Seite auftauchen, jedoch einen negativen Kontext haben. So kann es zu einer Fehlplatzierung kommen und die Nutzer reagieren auf die Werbung eher negativ.
  • Behavioral Targeting: Diese Targeting Strategie basiert auf der Cookie-Technologie. Die Technologie analysiert den Inhalt von Websites und die Interaktionen mit Werbungen eines jeden Nutzers. Anhand dieser Daten werden dann die passenden Werbungen gesucht und gezielt angezeigt. Hält sich der Nutzer also vermehrt auf einer Website auf mit dem Thema Reisen, dann können zu einem späteren Zeitpunkt Werbeanzeigen zu diesem Thema eingeblendet werden. Wichtig bei dieser Strategie ist die zeitliche Komponente. Wenn nämlich Werbung zu dem Thema angezeigt wird, nachdem der Nutzer einen Kauf abgewickelt hat, dann ist diese nicht mehr für den Nutzer relevant.
  • Re-Targeting: Beim Re-Targeting geht es darum, bestimmte Aktionen, die der Nutzer im Internet schon einmal durchgeführt hat, herauszufinden und dementsprechend passende Werbung zu diesem Thema zu schalten. Das heißt, wenn der Nutzer zum Beispiel mal ein bestimmtes Produkt in Warenkorb eines Online-Shops gelegt hat, so wird er zu einem späteren Zeitpunkt mit einem passenden Angebot zu diesem Thema konfrontiert. Der zeitliche Aspekt ist hier jedoch genauso wichtig wie beim Behavioral Targeting. Ein Nutzer, der sich gestern auf deiner einen Seite ein Produkt angesehen hat, kann es vielleicht am nächsten Tag schon bei einer anderen Seite gekauft haben. In diesem Fall wäre auch hier die Werbung nicht mehr relevant für den Nutzer und die Werbewirkung geht verloren.
  • Social-Media-Targeting: Für diese Targeting Form eignen sich jegliche Social Media Plattformen, sei es Facebook, Instagram oder Twitter. Werbetreibende können hier alle Profildaten der Nutzer eines sozialen Netzwerkes erfassen und anhand der Informationen dann ihre Zielgruppe verfeinern. Weitere Informationen erhält der Werbetreibende zudem durch die Suchfunktionen. Auch diese Daten helfen dem Unternehmen weiter, ein gezieltes Targeting umzusetzen.
  • Semantisches Targeting: Bei diesem Verfahren werden nicht Keywords analysiert wie beim Contextual Targeting, sondern gesamte sichtbare Texte einzelner Seiten. Die Analyse bestimmt dann das Thema des Textes und platziert dazu passende Online-Kampagnen. Durch den kompletten Text versteht das Verfahren den Sinnzusammenhang und die Gefahr einer Fehlplatzierung im negativen Kontext kann vermieden werden.
  • CRM-Targeting: Bei dieser Variante werden die Kundendaten aus dem vorhandenen Customer-Relationship-Management-System genutzt. Mit dieser Strategie können vor allem Neukunden durch Kundenbindung in Wiederkäufer gewandelt werden.
  • Geo-Targeting: Geo-Targeting kann man auch IP-Targeting nennen und beinhaltet die Ausrichtung der Zielgruppenansprache auf eine bestimmte Region eines Nutzers. Hier richtet sich die Art der Werbungen nach der Lokalisierung des Nutzers, die zum Beispiel durch die IP-Adresse oder den GPS-Koordinaten herausgefunden wird.

Welche Grenzen gibt es im Targeting?

Targeting hilft bei einer zielgruppengerechten Ausrichtung einer Werbung sehr gut weiter. Jedoch können sich Nutzer auch gerade wegen der ständigen Einblendung passender Werbung verunsichert fühlen, da sie sich nicht erklären können, wie es zu dieser idealen Werbung kommen kann, die sie immer wieder gezeigt bekommen (6).

Daher sollten Werbetreibende immer eine Grenze bewahren, die die Werbung nicht zu einem Störfaktor macht. Vor allem bei der Retargeting und der Behavioral Targeting Strategie kann es schnell zu einer Penetranz kommen. Um die Häufigkeit der Anzeigen zu regulieren und dem Problem vorzubeugen, kann man Frequency Capping benutzen (6).

Damit die Kunden die Werbung nicht als störend empfinden und ihre Cookies löschen, sollte man darauf achten, den Kunden nicht zu häufig Werbung zu schalten. Dafür kann man zum Beispiel Frequency Capping benutzen. (Bildquelle: Austin Distel / unsplash)

Außerdem findet nicht jeder die Nutzung der persönlichen Daten gut. Immer mehr Digital Citizens werden auf Datenschutz sensibilisiert. Denn die Vorstellung, dass überall Daten existieren, die analysiert und ausgewertet werden, ist längst keine seltene Sorge.

Das Gefühl des Nutzers und potenziellen Kunden, ständig bei jeder Aktion verfolgt und analysiert zu werden, sorgt für einen negativen Effekt. Wenn man auf jeder Seite eine personalisierte Werbung zu sehen bekommt, kann es dazu führen, dass Kunden sich nicht wohlfühlen und vielleicht ihre Cookies löschen.

Das Online-Targeting basiert jedoch oft auf der Verwendung von Cookies.

Denn nur so enthält das Unternehmen nützliche Informationen über das Surfverhalten der Nutzer und können anhand dieser Daten die passende Werbung einblenden. Durch dieses immer stärker werdende schlechte Gefühl gegenüber dem Datenschutz, wechseln die Unternehmen zu anderen Strategien, um ihre Informationen auf anderem Wege zu erhalten.

Fazit

Wer als Werbetreibender Targeting einsetzen möchte, um seine Zielgruppe gezielter anzusprechen, der kann viele verschiedene Methoden des Targeting einsetzen. Es ist jedoch wichtig, im Vorfeld relevante Zielgruppen entsprechend festzulegen und immer darauf zu achten, dass die Werbung nicht als störend empfunden wird. Der Nutzer sollte sich daher nicht bedrängt fühlen und aus den Anzeigen einen Mehrwert sehen.

Üblicherweise wird ein Mix verschiedener Targeting Strategien geschaffen, um sich nicht nur auf eine Form verlassen zu müssen. Die Entscheidung, welche Strategie am besten für deine Analyse geeignet ist, bespricht man am besten mit einem Profi. Letztendlich gilt es aber, verschiedene Varianten auszuprobieren, um an die besten Ergebnisse zu gelangen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.onlinemarketing-praxis.de/glossar/targeting

[2] https://onlinemarketingfans.de/lexikon-online-marketing/targeting/

[3] https://moz.com/blog/on-page-topic-seo

[4] https://de.ryte.com/wiki/Targeting

[5] https://www.onlinemarketing-praxis.de/targeting/targeting-methoden-und-loesungsansaetze

[6] https://www.sublime.xyz/en/blog/sublime-research-campaign-finds-overexposure-negative-impact

Bildquelle: John Schnobrich / unsplash

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