Zuletzt aktualisiert: September 22, 2021

Du hast den Begriff Web 2.0 auch schon irgendwo gelesen oder in der Öffentlichkeit wahrgenommen, seine genaue Bedeutung ist dir aber unklar? Social Media und Web 2.0, haben diese Begriffe etwa die gleiche Bedeutung oder beinhalten sie völlig unterschiedliche Themen? Hat Web 2.0 überhaupt noch was mit dem ursprünglichen World Wide Web zu tun?

Mit diesem Beitrag möchten wir dir alles rund um den Begriff Web 2.0 erläutern und alle essenziellen Fragen beantworten. Wir geben dir einen Überblick von der Entstehung über die Charakteristik und Tools bis hin zu den Auswirkungen auf den User.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das World Wide Web entwickelt sich stetig und rasant weiter. Eine einschneidende Wandlung welche das Nutzerverhalten grundlegend veränderte, vollzog sich in der Jahrtausendwende, welche darauffolgend mit dem Begriff Web 2.0 als neue Internet Ära betitelt wurde.
  • Web 2.0 wird nicht etwa als komplette Neuentwicklung des Internets bezeichnet, sondern dient vielmehr als Sammelbegriff für viele Entwicklungen und Veränderungen des World Wide Web, weg von der passiven Nutzung hin zur aktiven Mitgestaltung des Users.
  • So dienen eine Vielzahl von webbasierten Tools dafür, den User aktiv zu fordern, in die Weiterentwicklung und den Informationsaufbau des Internet zu integrieren und ermöglichen die einfache Kommunikation mit anderen Usern auf privater oder geschäftlicher Ebene. Blogs, Social Media oder Chatrooms sind Beispiele für die Charakteristik des Web 2.0.

Glossareintrag: Der Begriff Web 2.0 im Detail erklärt

Das Internet hat in den letzten Jahrzehnten ständige Veränderung und Weiterentwicklungen erfahren und hat sich auch vor allem hinsichtlich der aktiven Mitgestaltungsmöglichkeiten der User stark verändert. Diese einschneidenden Veränderungen wurden unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefasst.

Um dir einen guten Überblick zu verschaffen, was sich genau hinter diesem Begriff verbirgt, haben wir die wichtigsten Erklärungen kompakt zusammengefasst.

Was versteht man unter dem Begriff Web 2.0?

Der Begriff Web 2.0 beschreibt keine von Grund auf neue Technologie oder Anwendung, sondern vielmehr eine veränderte Nutzung des Internets, bei der bestehende Möglichkeiten konsequent verwendet und entsprechend erweitert oder verändert werden.
Die Entwicklung weg von der reinen Verbreitung von Informationen und Produktverkäufen durch Website Owner hin zur aktiven Mitgestaltung des Internet durch die User selbst, stellen eine Evolutionsstufe in der Entwicklung des World Wide Web dar.

Die Grundlage für diese Veränderung ist die immer weiter vereinfachte Nutzung von Web-Benutzeroberflächen für den User. Anstatt Softwarepakete im klassischen Sinne existieren vielmehr kleinerer Web-Services, die sich leicht weiterverwenden und ausbauen lassen. (1, 2)

Wie ist der Begriff Web 2.0 entstanden?

Um das Jahr 1990 finden wir die Ursprünge des Internets. Zu dieser Zeit konnten jedoch lediglich statischen Webseiten aufgerufen werden oder das Internet wurde verwendet, um E-Mails zu versenden und zu empfangen.

Mit der Entwicklung von E-Commerce, Chatsystemen oder Foren konnte fortan eine aktive Kommunikation zwischen Anbietern und Usern und unter den Usern miteinander stattfinden.

Durch die Mobilität, die Soziale Verknüpfung und die Möglichkeit das Internet selbst mit zu gestalten, wird das Online sein zu einem festen ortsungebunden Lebensbestandteil. (Bildquelle: Lukas Bieri / pixabay)

Anfang der 2000er-Jahre konnten User dann selbst eigene Inhalte über Blogs und Social-Media-Plattformen produzieren, ohne dafür Expertenkenntnisse zu haben oder Programmiersprachen zu beherrschen. Dies war der Zeitpunkt zu dem sich das Internet maßgeblich durch eine aktive Mitgestaltung der User veränderte. (1, 2)

Der Begriff Web 2.0 wurde 2004 von Verleger und Internetpionier Tim OReilly erstmals ins Leben gerufen und etablierte sich als fester Begriff für das interaktive Internet Zeitalter. (1, 2)

Welche Charakteristika zählen zu Web 2.0?

Die Charakteristik des Web 2.0 bildet sich in erster Linie durch die neuen Möglichkeiten für den User aus, der aktiv Inhalte erstellen und sich mit anderen Usern austauschen kann.

Der passive Konsum, der einst das Internet prägte, ist längst durch ein interaktives miteinander ersetzt bzw. ergänzt worden. Folgende Charakteristika definieren das Web 2.0 sehr treffend.

  • Blogosphäre mit unzähligen Blogs welche mit Blogsystemen wie Blogger oder WordPress einfach erstellt werden können.
  • Vlogosphäre mit Portalen auf denen in erster Linie mit Videoinhalten gearbeitet wird.
  • Social Networks die es dem Internetnutzer ermöglichen sich mit Text, Bildern, Filmen oder Audiodateien darzustellen und sich mit anderen Usern auszutauschen.
  • Podcasts die es dem User ermöglichen Audiodateien zu bestimmten Themen selbst aufzunehmen und anzubieten oder zu konsumieren.
  • Gebrauchtwarenbörsen auf denen der User gebrauchte Gegenstände anbieten und erwerben kann.
  • Online-Enzyklopädien die als Wissensdatenbanken abgerufen werden, aber auch mit eigenem Inhalt erweitert werden können.
  • Chatrooms welche zur direkten Kommunikation unter den Usern verwendet werden.
  • Social Bookmarking mit denen URLs online gespeichert, oder beliebig geteilt werden können.

Diese Anwendungen werden fast ausschließlich browserbasiert angeboten. Der große Vorteil liegt darin, dass diese nicht mehr als Programme heruntergeladen und installiert werden müssen, sondern lediglich online mit einer Anmeldung und Login-Erstellung genutzt werden können. Dies vereinfacht den Nutzungsprozess ungemein.(1)

Welche Tools definieren das Web 2.0?

Durch die fortwährende Entwicklung entsprechender webbasierter Tools wurde dem User die Möglichkeit gegeben, sich aktiv im Internet zu bewegen und dieses in Form von eigenen Inhalten mitzugestalten, ohne dafür spezifische Fachkenntnisse in Programmier- oder Skriptsprachen besitzen zu müssen. Nachfolgend eine kleine Auswahl an verschiedener gängigen Tools, um dir die Vielfalt besser zu veranschaulichen.

  • Xing: Soziales Netzwerk für berufliche Kontakte
  • Facebook und Instagram: Soziale Netzwerke vornehmlich für die Kommunikation zwischen Freunden und Bekannten und Werbeplattform
  • GoogleDocs: Erstellen und teilen von Schrift-Dokumenten vornehmlich im beruflichen Umfeld
  • Doodle: Einfaches planen von privaten oder geschäftlichen Ereignissen oder Terminabsprachen
  • Edmodo: Sichere Plattform für Schüler und Lehrpersonen für Bildungsanwendungen
  • Ted: Forum für qualitative Vorträge auf Video-Basis
  • Youtube: Inspirations- und Informationsforum auf Basis selbst oder professionell erstellter Videos und Werbeplattform.

Durch all diese Tools und dem Interesse der User diese aktiv zu nutzen, hat sich das Internet weiter zu einem noch wichtigeren und einflussreicheren Medium für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen geformt.(3)

Welche Vor- und Nachteile bringt die Veränderung zu Web 2.0 mit sich?

Die Entwicklung des World Wide Web von der eindimensionalen Informationsplattform hin zum sogenannten Mitmach-Web bringt viele Vorteile für den User mit sich. Jedoch birgt die Entwicklung des Internets auch Gefahren bzw. negativ zu bewertende Punkte mit sich, welche wir dir hier übersichtlich darstellen möchten.

Vorteile:

  • Aktiv selbst Inhalte generieren
  • Nutzung ohne technische Kenntnisse
  • Mehrdimensionaler Informationsfluss
  • Soziale Vernetzung
  • Effiziente Kommunikation ohne geografische Einschränkung
  • Angebotsvielfalt und Vergleichsoptionen für Konsumenten

Nachteile:

  • User ist öffentliche Person/Privatsphäre
  • Datenschutz Lücken
  • Inhalte/Informationen teilweise ungefiltert
  • User wird überfordert
  • Positionierungskonflikt, Informationsflut
  • Flut personalisierter Werbung

Jeder User ist somit sein eigener Herr, im Sinn wie viel er im World Wide Web aktiv von sich preisgibt und wie gut er die vielen Möglichkeiten für sich oder sein Business nutzen möchte. Einzig wichtig ist der bewusste Umgang mit der Veröffentlichung persönlicher Informationen, wenn man sich im Internet bewegt.

Was sind die wesentlichen Unterschiede des ursprünglichen World Wide Web hin zu Web 2.0?

Das Internet und seine Anwendungsmöglichkeiten entwickeln sich stetig weiter. Eine markante Veränderung hat das World Wide Web jedoch mit den Veränderungen vom passiven Konsum hin zum Mitmach-Web, dem Web 2.0 erfahren.

Mit der nachstehenden Übersicht möchten wir dir die gravierenden Unterschiede bzw. Veränderungen gegenüber stellen.

World Wide Web (Web 1.0)

  • Lese-Web
  • Ich bin Online
  • Konsument
  • Vernetzte Inhalte
  • Recherchieren, kaufen
  • Vorgegebene Inhalte

Web 2.0

  • Lese/Schreib-Web
  • Wir sind das Web
  • Produzent / Konsument
  • Vernetzte Menschen
  • Ausdrücken, verbinden, teilen
  • Nutzergenerierte Inhalte

So wurde aus dem einstigen Einbahnstraßen-System eine sozial eng vernetzte Plattform die es jedem User erlaubt, sich ohne große technischen Kenntnisse für die Öffentlichkeit darzustellen und digital zu verwirklichen.(4, 5)

Fazit

Die Entwicklung des Internets hin zu Web 2.0 mit all seinen Möglichkeiten für eine aktive Nutzung, Mitgestaltung und Vernetzung machen das World Wide Web zu einem beinahe unverzichtbaren Medium. Die immer einfacher gestalteten Nutzeroberflächen der verschiedenen Tools und die stetige Weiterentwicklung im Bereich der sozialen Vernetzung bieten enorm viele Möglichkeiten für den User, jedoch kann die Flut an Information und der soziale Druck negative Auswirkungen mit sich bringen.

Somit sollte jeder User bewusst entscheiden, in welchem Umfang er die Vielfalt des modernen Internet, dem Web 2.0, nutzt und wie er dieses im privaten und geschäftlichen Sinn als nützliches Instrument einbindet.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://de.ryte.com/wiki/Web_2.0

[2] https://journalistikon.de/web-2-0/

[3] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/web-20-51842

[4] https://www.dadalos-d.org/web20/web_20.htm

[5] https://www.marketinginstitut.biz/blog/web-10-im-vergleich-zu-web-20/

Bildquelle: Ronald Carreno / pixabay

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